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Alien auf einer Ölbohrinsel. Im Prinzip genügen diese vier Wörter, um den von Ed Waters geschriebenen und von Peter Carter inszenierten The Intruder Within adäquat zu beschreiben. Schauplatz des Geschehens ist die Bohrinsel Zortron 101, eine veraltete Anlage, die eigentlich überprüft und repariert werden müßte. Doch da die Bosse am Grund des Meeres ein stattliches Ölvorkommen wittern, bleibt sie, sehr zum Mißfallen des Vorarbeiters Jake (Chad Everett, Airplane II: The Sequel), in Betrieb. Des Nachts hat der Arbeiter Phil (Matt Craven) einen Alptraum oder, wie er glaubt, eine Vorahnung. "I dreamt we'll all gonna die", sagt der verängstigte Mann, der bereits am nächsten Tag den Beweis antritt, daß an seiner Prophezeiung so einiges dran sein könnte. Bei der Inspektion der nach oben beförderten Gesteinsproben schlüpft plötzlich ein kleines, aalähnliches Ding aus der Rohrleitung und verbeißt sich in seinem Arm. Nach einigen Sekunden kann Funkerin Colette (Jennifer Warren, Fatal Beauty) das Tier zwar erschießen, aber der irreparable Schaden ist längst angerichtet. Phil haucht vor seinen hilflosen Kameraden unter Krämpfen sein Leben aus.

Unter den Proben befinden sich auch vier kleine, merkwürdige, stachelige Gesteinsbrocken, die natürlich - wie sich wenig später schon herausstellt - keine Steine sind, sondern Eier. Und eines der Dinger, das daraus hervorschlüpft, springt der Reinigungskraft Harry (James Hayden) mitten ins Gesicht. Der schüchterne junge Mann überlebt die fiese Attacke, zeigt sich aber kurz darauf stark verändert. Sein weiteres Vorgehen ist ausgesprochen brutal, selbst vor Mord und Vergewaltigung schreckt er nicht zurück. Und dann ist da noch der zwielichtige Geologe Scott (Joseph Bottoms, The Black Hole), der erstaunlich viel über die mysteriösen Vorgänge zu wissen scheint. Es ist schon verblüffend, wie stark sich der für das amerikanische Fernsehen produzierte The Intruder Within an Ridley Scotts Alien (Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt, 1979) anlehnt. Oder - weniger freundlich formuliert - wie dreist er von ihm klaut. Von der dreckigen, isolierten Location über die Figurenkonstellation und die "Geburtsszene" bis hin zum Mann-im-Gummikostüm-Monster am Ende (Parallelen zum Design von H.R. Giger sind bestimmt "rein zufällig") ist da alles dabei.

Und doch macht Regisseur Peter Carter (Rituals) vieles richtig und holt das Beste aus dem derivativen Plot heraus. Der Grundton des Alien-Rip-Offs ist rauh und klaustrophobisch, die Stimmung düster und freudlos. Die Figuren mögen zwar dürftig und ein wenig klischeehaft charakterisiert sein, aber den Schauspielern gelingt es, sie zum glaubwürdigen Leben zu erwecken. Das sind Typen mit Ecken und Kanten, die sich echt anfühlen. Das vorhersehbare Szenario entfaltet sich recht temporeich und driftet nie in langweilige Gefilde ab, und dank Carters routinierter Regie blitzt hier und da sogar etwas Spannung auf. Blutige Schockmomente sucht man hier natürlich - da TV-Film - vergebens, aber die Attacken haben durchaus Biß, und das eine oder andere Set-Piece (wie z. B. die bereits angesprochene "Geburtsszene") ist ebenfalls ganz ansprechend in Szene gesetzt. Und auch das, was man von den Kreaturen - die sich bevorzugt im Dunkeln aufhalten - zu sehen bekommt, ist sehr nett. Als etwas enttäuschend entpuppt sich leider das Finale; da hätte man sich doch einen packenderen Showdown gewünscht. The Intruder Within ist kein Highlight, gewiß. Für Fans ist er dennoch sehenswert, zumal er einer der ersten Filme ist, die dem Alien hinterher sabbern.

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