VORTICE MORTALE, so der Originaltitel von THE WASHING MACHINE, ist einer der wenigen Giallos aus der ersten Hälfte der 90er die man sich auf alle Fälle ansehen kann ohne von der zu dieser Zeit angesagten Neonästhetik niedergeschmettert zu werden - neben Argentos TRAUMA (den ich sehr mag), Lamberto Bavas BODY PUZZLE (nicht ganz so sehr) und Avatis / Zaccaros DOVE COMINCIA LA NOTTE (über den ich bisher immer nur gutes gelesen habe - habe ihn aber leider noch nicht gesehen).
Zur Handlung: Alexander Stacev (Philippe Caroit), seines Zeichens Inspektor bei der Budapester Mordkommission, wird auf einen Fall angesetzt, bei dem die Leiche eines Mannes (namens Yuri Petkov, gespielt vom Jeunet+Caro-Techniker Yorgo Voyagis) in einer Waschmaschine eine große Rolle spielt. Diese wurde von Ludmilla (Barbara Ricci) in dem Haus, in dem sie mit ihren zwei Schwestern Maria aka "Sissy" (Ilaria Borrelli) und Vida (Katarzyna Figura) wohnt, des nachts in dem titelgebenden Haushaltsgerät gesehen. Am nächsten Tag trifft der Inspektor aber diese Leiche (Yuri war übrigens Vidas Mann... ) nicht mehr an. Hat Ludmilla geträumt? Oder hatte sie eine alkoholbedingte Halluzination? Nachdem Yuri Petkov nach ein paar Tagen aber immer noch nicht wieder aufgetaucht ist, macht sich die Polizei dann doch an die Auflösung des zunächst nicht beachteten Falles.
So - im weiteren Verlauf des Films versuchen die drei Schwestern nun, Stacev für sexuelle Spielchen zu überzeugen (was alle drei schaffen...) und ihm einzureden, dass die jeweils anderen Schwestern den Mord an Yuri begangen haben sollen...
Der Inspektor ist reichlich verwirrt (seine Frau hat zu allem Überdruß wegen seiner sexuellen Eskapaden auch noch Suizid begangen --- sehr scheint ihn das allerdings nicht zu bewegen), und nachdem noch ein mysteriöser Koffer (gefüllt mit Geld und teurem Schmuck), den zwei deutsche Hehler Yuri am Mordtag überbringen sollten, auftaucht, entschließt er sich, der Verwirrung ein Ende zu bereiten, und mit einer der drei Schwestern und dem Koffer durchzubrennen. Dazu kommt es jedoch nicht .............
Der morbide Charme Budapests, das sehr gotische (im Sinne von schauerlich) Haus der drei Schwestern, die blutbeschmierte Waschmaschine: das Setting des Films stimmt durchgehend und trägt viel zum Aufbau der unheimlichen Stimmung bei. Die schauspielerische Leistung ist ausserdem sehr solide (irgendwie erinnert Philippe Caroit mich sehr an seinen Landsmann Vincent Cassel). Garniert wird das Ganze dann noch durch verhältnismäßig viel Sex, ein bischen Gore, surreale Traumsequenzen, großartige Musik von Simonetti (Goblin) und teilweise an Argento erinnernde berauschende Kamerafahrten von Sergio D'Offizi (Don't Torture A Duckling; Cannibal Holocaust; The House on the Edge of the Park). Über solche kleinen Wermutstropfen wie einer manchmal sehr verworrenen Handlung kann ich da getrost hinwegsehen!!
Unterm Strich:
THE WASHING MACHINE (ich habe übrigens das holländische Tape von Domestic, welches gutes Bild und guten Ton bietet) ist vielleicht DER Giallo der 90er und auf jeden Fall sehenswert!
8 out of 10!