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Meine Abneigung gegenüber Musicals hat sich einmal mehr bewahrheitet. Der Versuch, eine dystopische Zukunft (das ach so ferne Jahr 1994!) mithilfe von Songs und Tanz darzustellen, versagt auf so vielen Ebenen. Die Post-Disco-Nummern (aber leider noch nicht New Wave) sind allesamt lahm und eher eine Beleidigung für die Ohren. Ein Music Label, das Schallplatten herstellt und die Bürger einmal am Tag zur rhythmischen, körperlichen Ertüchtigung zwingt, als Diktatur in den USA?! Ernsthaft? Alle Welt spottete anno 1980 über XANADU, aber diesen Stinker hat man wohl übersehen, auch bei den Nominierungen für die Razzies. Dabei sind Handlung, Schauspieler und Kostüme in dem Fall ungefähr genauso schlecht. Die paar symbolischen Anspielungen in den Liedern (Sexakt, Drogen, Hölle und Versuchung) führen alle ins Nirgendwo.
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Ein schwülstiges Rock-Musical, das allerdings nie auf dem Broadway zu sehen sein wird. Es wird so ziemlich die halbe Bibel drin verwurstet. Der englische Originaltitel "The Apple" kommt nicht von ungefähr. Zum Glück wurden die Lieder nicht auch noch synchronsisiert. Es tut mir leid, aber der Film ist einfach nur mittelmäßig, bis belanglos. Es wird zum hundertsten Mal die Story von Liebhaber, der seine Frau vor der bösen Glitzerwelt retten will, aufgewärmt. Dazu kommt eine dämliche schmalzige Pop-Rock-Musik, die auch in den achtzigern keinen mehr hinter dem Ofen hervorgelockt haben dürfte. Etwas trashiger und der Film wäre ein wahres Freudenfest geworden. So wirkt allerdings das meiste nur lächerlich und von christlicher Symbolik überfrachtet. Bewertung: 3 von 10