Plot: Nach einem tragischen Unfall, bei dem sie eine junge Frau überfahren hatten, entdecken der Photograph Tun und seine Freundlin Jane auf einigen Fotos geheimnisvolle Schatten. Als sie der Sache auf den Grund gehen, erfährt Tun dass seine Studienkameraden alle gestorben sind. Jane sieht mehr und mehr dass Tun von seiner Vergangenheit eingeholt wird, da er ein dunkles Geheimnis hütet, das ihr die Schatten auf den Photos nach und nach aufzeigen.
Machart: Der Film bedient sich der gängigen asiatischen Schocking-Art, die Filme wie "Ringu" oder das ultimative Meisterwerk "Tale of two Sisters" berühmt gemacht hat. Blasse, maskenhafte Geistergesichter sorgen für ordentlich Schockeffekte, ohne dabei aufgewärmt zu wirken. Tolle Ideen wurden umgesetzt, wie etwa die Szene in der Tun die Treppe hinunterrennt. Die Atmosphäre ist kalt und düster, vergleichbar mit der von "Kairo" und die Geschichte ist spannend und unterhaltsam, wenn sie auch sehr fantastisch, soll heissen fernab jeder Realitätsnähe, ist. Die Kameraführung ist auffallend fantasie- und anspruchsvoll. Es gibt wirklich tolle Einstellungen aus ziemlich obskuren Blickwinkeln zu sehen. Die Filmmusik ist etwas fade und eintönig.
Cast: Tun wird vom jungen Schauspieler Ananda Everingham gespielt (fragt mich nicht wie ein Thai zu dem Namen kommt), welcher bisher in 3 thailändischen Mystery-Thrillern bzw. Dramen mitgespielt hat: "Kohn sang pea", "303 Fear Faith Revenge" und im eher dürftigen Drama "Anda kub Fahsai" als Hauptdarsteller Anda. Er macht seine Sache solide, wenn er auch etwas austauschbar wirkt und somit nicht unbedingt ein Sympathieträger ist. Jane wird von der hübschen Natthaweeranuch Thongmee gespielt, welche vorher erst im Drama "Koo tae patihan" in Erscheinung getreten ist. Ihr Schauspiel-Debut gibt Achita Sikamana, welche die verstorbene und ziemlich creepy wirkende Natre spielt. Die sieht dank der gelungenen Maskerade teilweise echt furchteinflössend aus. Alles in allem ein akzeptables, solides Casting, welches allerdings schauspielerisch nicht mit koreanischen Knaller-Besetzungen wie in "Tale of two Sisters" oder "Cello" mithalten kann. Das Regie-Duo Banjong Pisanthanakun und Parkpoom Wongpoom sei hier noch erwähnt, hat es doch mit "Shutter" ein absolut gelungenes Regiedebut abgeliefert. Man darf auf den neuen Film des Duos ("Alone") gespannt sein, der für Sommer 2007 angekündigt ist.
Die DVD: Meiner Kritik liegt die Schweizer DVD aus dem Hause Ascot Elite zu Grunde, welche über ein gutes Bild und eine solide 5.1 Vertonung verfügt. Die Synchro wirkt praktisch im ganzen Film gekünstelt und billig. Angesichts dieser Tatsache ist es mir ein Rätsel, warum die DVD nicht über normale deutsche Untertitel verfügt (nur für Hörgeschädigte). Die HG-Untertitel sind toll für wirklich Gehörlose Zuschauer, für Hörende sind sie einfach nervig. Also, da man ja hierzulande nicht fliessend Thai spricht, bleibt einem nur die dämliche deutsche Synchro. Hier hätte man dem Zuschauer mit wenig Aufwand eine gute Option bieten können (vorhandene Original-Sprache mit nornalen deutschen UT's). Als Extras gibt es einiges an Hintergrund-Infos wie Interviews und das witzige Feature "Fun behind the Scenes" (sozusagen Outtakes).
Fazit: Liebhaber asiatischer Horror-Movies wie "Ringu", "The Eye", "Kairo" etc. sollten sich den Film unbedingt ansehen. Nach Südkorea und Japan scheint man nun auch in Thailand das Genre entdeckt zu haben. Man darf wirklich gespannt sein, was aus diesen kreativen Ländern mit einem Arsenal an jungen tollen SchauspielerInnen noch kommen wird. "Shutter" mag in Sachen Story vielleicht nicht ganz mit "The Eye" oder "Tale of two Sisters" mithalten. Dennoch ist es ein aufwändig und kreativ gemachtes Geister-Horror-Movie mit tollen Schock-Momenten. 7/10