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Jeder kennt sie, die Geschichte um "Dr. Jekyll" und seinem bösartigen zweitem Ich "Mr. Hyde". X-Mal in allen möglichen und unmöglichen Formen verfilmt (selbst als Porno, so weit ich weiss;)) müsste(n) die Literaturfigur(en) eigentlich wirklich jedem bekannt sein, der auch nur eine geringe Ahnung von Filmen hat. Und wie alle bekannten Sachen, so wurden natürlich auch Jekyll und Hyde mal gehörig auf die Schippe genommen. Doch mit "Dr. Heckyl und Mr. Hype" wurden die Figuren nicht nur durch den Kakao gezogen, sondern auch in einem ganz grauenhaften Film verwurstet, der wirklich überhaupt nicht funktionieren will.

"Dr. Heckyl und Mr. Hype" ist so ziemlich in jeder Form misslungen und klappt in wirklich keinem Detail. Das fängt schon bei der Story an, die dämlicher nicht sein kann. Dr. Heckyl (was für eine Namens-Kreation) ist in diesem Fall ein Fußarzt, der durch und durch eine gute Seele ist. Doch er hat ein Problem, er sieht, gelinde gesagt, scheiße aus. Genauer gesagt wie Frankensteins abnormer Sohn. Sein Partner hat allerdings ein Serum entwickelt, dass ihn in den Schönling "Mr. Hype" verwandelt, der zwar ganz ordentlich aussieht, dafür aber ein Flegel durch und durch ist, der sogar Frauen tötet, nur weil sie ihn nicht attraktiv finden. Nun heißt es also für Heckyl/Hype den richtigen Mittelweg zu finden, damit Hype nicht noch mehr Schaden anrichtet. Mag die Geschichte auf den ersten Blick noch ganz nett sein, so schlägt das Skript schon nach den ersten Filmminuten in absoluten Trash um, der eigentlich absolut nichts zu bieten hat, als unlustige Witze und grausige Verwandlungsszenen. Logik, Tiefgang, Sympathie, absolute Fehlanzeige. Hier wird nur eine rotzige Szene nach der anderen geliefert, und absolut nichts kann dem Zuschauer gefallen, nicht einmal dem, der dem Genre sonst eigentlich nicht abgeneigt ist.

Das Schlimmste an diesem Streifen sind vor allem die Jokes. Rüde, vorhersehbar und immer nur entweder aufs Heckyls Hässlichkeit oder Hypes Drang zum Bösen konzentriert, wiederholen sich die schlechten Witze nicht nur andauernd, sie sind auch in keinster Weise lustig oder nehmen die bekannte Geschichte gebührend auf die Schippe. Ein Blindgänger jagt den nächsten, Schmunzler, geschweige denn wirkliche Brüller, können nicht einmal Ansatzweise entstehen. So hat man sich das ganze Treiben jedenfalls nicht vorgestellt.

Des weiteren ist aber auch die Inszenierung des Ganzen mieser als mies. Die Verwandlungsszenen z. Bsp. sind hier nichts anderes als minutenlanges Blitzlichtgewitter, in dem sich Hauptdarsteller Oliver Reed von der einen Seite zur anderen Seite schmeisst. Nicht nur das einem das ständige Geblitze, spätestens beim dritten Mal, unglaublich auf die Nerven geht, es hat auch wirklich keinerlei Wirkung auf den Zuschauer. Dazu die schrecklich billige Maske von Heckyl, eine grauenhafte Musikuntermahlung und vieles mehr. Hier waren leider durchgängig nur absolute Stümper am Werk, die in keinster Weise Ahnung von der Materie haben.

Einzig und allein Oliver Reed rettet den Schund vor einer 1er-Wertung. Denn er gibt sich spürbar Mühe, aus der Scheiße, in die er hier getreten ist, noch das Beste zu machen. Aber ich denke mal, dass er sich, noch bis in sein Grab, über diesen Streifen geärgert haben dürfte. Alle anderen Darsteller sind in ihrem Spiel dem Streifen leider ebenbürtig.

Fazit: Vollkommen misslungener Versuch, eine der bekanntesten Geschichten dieser Welt, auf gebührliche Art und Weise zu verarschen. Das Skript um Fußarzt Heckyl/Hyde ist wirklich mieser als mies, die Witze in keinster Weise lustig und das ganze Treiben von Anfang bis Ende nur ermüdend langweilig. Dazu eine stümperhafte Inszenierung mit Effekten der Marke "Wo ist die nächste Kloschüssel?". Einzig und allein Hauptdarsteller Oliver Reed mag den Scheiß noch ein wenig formen, aber wirklich was retten kann er leider auch nicht. Auf alle Fälle ein Film, den man lieber meiden sollte!

Wertung: 2/10 Punkte

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