Der junge südafrikanische Sportjournalist Henry Nxumalo steuert in den 50er Jahren zusammen mit dem deutschen Fotografen Jürgen Schadeberg regelmäßig Artikel zum ortsansässigen und einzigen großen Magazin des Landes, „Drum", bei. Als ihn eine Mutter bittet herauszufinden, was mit ihrem Jungen passiert ist, der angeblich seit einem Jahr auf einer Farm arbeitet, sich seitdem aber nie mehr gemeldet hat, schleust sich Henry dort ein und stellt fest, dass die Arbeiter gnadenlos schikaniert, ausgebeutet und teilweise sogar umgebracht werden. Als dieser Artikel in DRUM erscheint, wird er im ganzen Land bekannt und die Auflage des Magazins geht enorm in die Höhe. Henry sieht sich allmählich als Sprachrohr für das ganze Land und möchte weitere Ungerechtigkeiten aufdecken. Doch als er in eine politische Verschwörung gerät, die Freunden und Unterstützern des Apartheid-Regimes schaden könnte, wird das lebensgefährlich...
Das Magazin DRUM hat es in den 50er Jahre wirklich gegeben und auch die beiden Hauptprotagonisten sind reale Personen. Im wirklich interessanten Making of bekommt man vom noch unter uns weilenden, echten Jürgen Schadeberg sehr interessante Geschichten erzählt und Eindrücke der damaligen Zeit vermittelt. Das sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, auch wenn einem die Extras sonst eher egal sind.
Taye Giggs, der mir filmisch bisher nur einmal über den Weg lief (nämlich bei EQUILIBRIUM), spielt den jungen Reporter mit enormem Engagement, Gabriel Mann steht ihm als Partner in nichts nach.
DRUM leidet allerdings ein wenig unter dem finanziell sehr eng gesteckten Budget. Das ist normalerweise nicht unbedingt ein negativer Punkt, doch man sieht dem Film in vielen Bereichen die Studiokulissen recht deutlich an. Auch das berüchtigte Viertel „Sophiatown", in dem man sich abends trifft und (verbotenerweise) Alkohol trinkt und Jazzmusik hört, fällt doch relativ klein aus und man kann sich diesen kleinen Bezirk als zentralen Anlaufpunkt für so viele Menschen nicht wirklich vorstellen.
Ansonsten ist der Film eine interessante geschichtliche Studie über die Menschenrechtsverletzungen, die damals (und auch noch heute) in diesem Land passieren. Nxumalo hat in dem Film auch mehrere Treffen mit einem gewissen Nelson Mandela und ich gehe mal davon aus, dass diese auch so stattgefunden haben. Mir persönlich war es noch nie begreiflich, wieso man Menschen nur aufgrund einer anderen Hautfarbe als minderwertig betrachtet, wobei ich finde, dass die „Weißen" im Film des südafrikanischen Regisseurs Maseko noch relativ passabel wegkommen.
Wer HOTEL RUANDA oder auch RED DUST mochte, dem dürfte auch DRUM gefallen - ansonsten wird der Film aufgrund des sperrigen Themas wohl eher wenige Abnehmer auf DVD finden.