Nach "Jagd auf Roter Oktober" der zweite Film rund um Tom-Clancy-Held Jack Ryan, der diesmal von Harrison Ford gespielt wird, der im Gegensatz zu Baldwin etwas mehr Größe in den Film mitbringen darf.
Wer sich von der Verfilmung jetzt aber einen schönen Politthriller erwartet, der wird dies nur am Rande bedient sehen. "Patrioten" ist nämlich in erster Linie eine simple Rachegeschichte, weil Ryan ein paar IRA-Querschlägern, die den Royals mal wieder einen verpellen wollen, in die Parade fährt und deswegen des Überlebenden Zorn auf sich zieht.
Die Geschichte entwickelt sich eigentlich recht brauchbar und unterhaltsam, gliedert Ford in die Ex-CIA-Arbeit und eine familiäre Bindung ein und zeigt einen Außenstehenden, der in eine internationale Affäre verwickelt wird. Allerdings gibt's es hier nichts Offizielles, nur einen Rachefeldzug von Mr.Sean Bean, der auf dem Auge-um-Auge-Prinzip besteht.
Das ist dann auch die größte Schwierigkeit des ganzen Films, Bean den Rachefeldzug überhaupt zu ermöglichen. Dazu benötigt man eine äußerst löcherige und hocharrogante britische Polizeiarbeit und eine ganze Reihe von Verräter in den britischen oberen Reihen. Während Fords Ryan immer noch daran glaubt, die IRA säße ihm im Nacken, ist der Zuschauer allerdings schon recht früh viel weiter.
Deswegen inszeniert Philip Noyce das Ganze auch wesentlich vordergründiger auf den äußeren Effekt, bezieht seine Spannung mehr aus Actionsituationen, wie einem Mordanschlag auf offener Straße oder dem Angriff auf Frau und Kinder auf einem überfüllten Highway (was nicht gerade logisch erscheint). Das Timing stimmt dabei ganz hervorragend.
Der Kampf gegen der Terrorismus, der mit Satelliten etc. geführt wird, taucht hier dann nur am Rande auf, als es darum geht, die Splittergruppe auszulöschen, was natürlich nicht funktioniert. Da könnte man natürlich über die Geheimdienstmethoden der USA ein wenig Kritk herausfiltern, aber dafür wird das alles zu wenig betont.
Ford menschelt zwar recht heftig, ist aber immer von der nötigen, leicht gehetzten kompromisslosen Härte, wenn es gegen Unschuldige oder noch schlimmer, gegen die Familie geht. Die restlichen Rollen sind mehr als überzeugend besetzt, wobei Bean als Blutfehder ein wenig dicker auftragen muß, als es der Rolle gut tut.
Recht unglaubwürdig (aber dafür hart und spannend) schließlich der finale Konflikt in Ryans Haus am Meer, wo die Sicherheitsmaßnahmen dann doch recht albern für die besondere Gesellschaft sind. Der Schlußkampf in Motorbooten bei Sturm allerdings bekommt wegen Klischeeanwandlungen Abzüge in der B-Note.
Dankbar kann man vermelden, daß die US-Fahnenschwenker meistens im Schrank bleiben, was man heutzutage ja auch nur noch selten sieht, was also in einem spannenden Unterhaltungsfilm gipfelt, der vielleicht seine Möglichkeiten nicht voll und ganz ausnützt, aber einer ganzen Palette talentierter und berühmter Darsteller ein dankbares Betätigungsfeld zur Verfügung stellt. Wirklich politisch sollte aber erst der Nachfolgefilm werden. (7/10)