Review
von Alex Kiensch
Der junge Amateurdetektiv Brendan (Joseph Gordon-Levitt) erhält einen mysteriösen Anruf seiner Ex-Freundin. Kurz darauf verschwindet sie spurlos. Mit Hilfe eines Freundes macht er sich auf die Suche nach ihr und taucht ein in ein gefährliches Netz aus Drogenhandel, Gewalt und enttäuschter Liebe.
"Brick" ist wohl einer der ungewöhnlichsten Schulfilme überhaupt - und zugleich einer der ungewöhnlichsten Krimis. Denn zwischen diesen beiden Genres schlägt er einen beinahe perfekten Spagat. Mit der Kaltschnäuzigkeit eines Jack Nicholson in "Chinatown" geht Brendan jeder Spur nach, verhört mit ebenso harten wie klugen Methoden seine Schulkameraden und schmiedet sogar Pakte mit dem Rektor, um sich mehr Freiheiten erlauben zu können.
Überhaupt orientiert sich der Film merklich an dem großen Krimi-Meisterwerk von Roman Polanski. Nicht nur die überaus stilvolle und mit allzeit ruhiger Kamera gefilmte Inszenierung gibt der Story einen Touch von Film noir. Auch die Geschichte selbst, die als spannender Krimi beginnt, sich über viele falsche und mysteriöse Fährten entwickelt und schließlich in einer intensiven Tragödie endet, erinnert an "Chinatown" und dessen Vorgänger aus den 40er-Jahren.
Dabei ist es Hauptdarsteller Joseph Gordon-Levitt zu verdanken, dass der Film nie vollends ins Parodistische umkippt, obwohl er die meiste Zeit scharf an der Grenze dazu verkehrt. Denn bedeutungsschwangere Verschwörungsgespräche zwischen Rektor und Schüler, ein moralloser Drogenkönig, der noch bei seiner Mutter wohnt, und Ermittlungsmethoden, die wie gesagt eher aus Kriminalfilmen bekannt sind, machen es der Glaubwürdigkeit mitunter schon ein wenig schwer. Das stringente Spiel Gordon-Levitts, der bereits in "Mysterious Skin" sein Schauspieltalent bewies und später in hochkarätigen Blockbustern wie "Inception" auftrat, überwiegt jedoch diese skurrilen Elemente und sorgt dafür, dass der Film zu jeder Zeit im Bereich eines ernstzunehmenden Kriminalstücks verankert bleibt.
Neben der zitatreichen Inszenierung ist es auch die Komplexität der Handlung, die "Brick" mit seinen Vorbildern vereint. Figurenkonstellation und Handlungsfäden verlangen große Aufmerksamkeit vom Zuschauer. Wer dies jedoch durchhält, wird mit einem ebenso originellen wie spannenden und tragischen Jugend-Thriller belohnt, der nicht perfekt ist, aber auf einem guten Weg dahin.