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15 Jahre lang hatte Bruno für seine Firma gute Arbeit abgeliefert. Doch als diese umstrukturiert wurde, musste er weichen. Seine anfängliche Hoffnung schnell einen neuen Job zu finden, hat sich nach mittlerweile 2 Jahren Arbeitslosigkeit zerschlagen. Doch warum nur?? Warum bekommt immer ein anderer die Stellen, auf die er sich bewirbt? Die Lösung scheint einfach. Es muss wohl Bewerber geben, die besser qualifiziert sind und/oder sich deutlich besser verkaufen können. Für dieses Problem scheint es nur eine Lösung zu geben, nämlich die Konkurrenten einfach zu eliminieren. Anfangs läuft alles recht glatt, doch mit der Zeit muss Bruno feststellen, dass sein neuer Job als Serienkiller schwieriger ist als angenommen...

Bei ofdb läuft Gavras neuestes Werk unter der Rubrik DRAMA. Da ich aber einige Menschen kenne, die bei diesem Wort sofort zurückschrecken und sich den Film dann (leider) nicht mehr ansehen, zuerst der wichtige Hinweis: „Die Axt“ hat zwar durchaus Passagen, auf die diese Bezeichnung zutrifft, doch gerade die ständigen Genrewechsel zwischen Thriller, Satire, zynischer Komödie und eben Drama sind dem Regisseur exzellent gelungen. Sicherlich würde man in einer bekannten deutschen TV-Zeitung diesem Film 2 Punkte in der Sparte Anspruch geben, doch das muss ja nicht immer heißen, dass er dann unbedingt nur künstlerisch wertvoll, dafür aber stinklangweilig ist, wie z.B. GERRY!!!!.

Ein dickes Lob geht von meiner Seite an den Drehbuchautor, denn in den Extras erfährt man, dass die Geschichte in der Buchvorlage eigentlich vollkommen anders, nämlich gradlinig von Anfang bis Ende erzählt wird. Das hat man hier aus vielerlei Gründen umgeschrieben und ich denke, das war eine gute Entscheidung. Als Zuschauer steigt man etwa in der Filmmitte ein und hangelt sich dann mittels Rückblenden wieder bis zu diesem Punkt nach vorne. Dort angekommen geht die Geschichte aber noch etwa 1 Stunde weiter und entfaltet ab diesem Zeitpunkt sogar erst ihre Klasse, da man im zweiten Teil viele interessante Wendungen untergebracht hat.

Jose Garcia hat sichtlich Spaß an seiner Rolle und ihm ist es größtenteils zu verdanken, dass der Film den schwierigen Spagat zwischen 4 verschiedenen Genres mühelos schafft. Ein wenig erinnert er mich hier an Jack Lemmon in dem legendären „Nie wieder New York“. Sehr positiv fällt auch die die virtuose Kameraführung auf. Insbesondere, wenn der Hauptdarsteller im Auto sitzt und seine „Opfer“ beobachtet, ist man als Zuschauer auf Kopfhöhe dabei und wird dadurch noch intensiver ins Geschehen mit einbezogen. Wirklich sehr gelungen.

Gegen Ende gerät der Film allerdings einen kleinen Tick zu lang und der Schluss ist auch nicht 100 % befriedigend. Trotzdem gibt’s von mir hierfür 9 Punkte, vor allem für die wirklich tolle und originelle Story, denn gerade daran hapert es ja heutzutage oft.

Woher der Film seinen Namen hat, kann ich allerdings nicht nachvollziehen, aber ich muss ja auch nicht alles wissen :o)


9 von 10 Punkten

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