Eigentlich finde ich Horrorkurzgeschichten (wie z.B. in Tales From The Crypt) und besonders deren Sammlung in FIlmform meist sehr unterhaltsam. Selbst wenn eine schwächere Geschichte dabei ist, wirkt sie durch die kurze Laufzeit zumindest nicht langweilig und kann schnell auf den Punkt kommen. Night Train To Terror, eine Sammlung von drei außergewöhnlich dümmlichen Gruselepisoden, ist allerdings ein einziges Ärgernis.
In der Rahmenhandlung fahren Gott und Satan in einem Zug und unterhalten sich um 3 Stories von Menschen mit außergewöhnlichen Schicksalen. Deren Geschichten werden erzählt und danach wird entschieden, wer von beiden über die Seelen verfügen kann. Die beiden gräßlich klischeehaft dargestellten Figuren (Mosesverschnitt mit Rauschebart, billiger Karnevals-Dracula) sind fast so nervig wie die unsäglich schlechte Pop-Gesangs/Tanztruppe, die in einem anderen Waggon stets denselben Song von sich gibt. Zumindest wird hier schon angedeutet, daß diese Fahrt für die dauergrinsenden Hupfdohlen die letzte sein wird. Ob nun Gott und der Teufel über jede Seele stundenlang diskutieren und wie die Truppe im wirklichen Leben dahinscheidet (man wird sich wohl keinen leeren Zug zum Proben gemietet haben), beantwortet dieser Film natürlich nicht.
Allgemeines zu den drei Episoden: Die sind grauenvoll zerrissen und zusammenhanglos (ein Off-Sprecher muß auch dauernd erklären), was den eh schon dummen Geschichten nicht zugutekommt. Es gibt immerhin jede Menge mäßige Splatter- und lächerliche Stop-Motion-Effekte, aber das ist auch schon alles, was den geneigten Horrorfan interessieren dürfte.
In der ersten Geschichte verursacht ein junger Mann einen Unfall, dem seine Ehefrau zum Opfer fällt. Er landet in einer Klinik, in der er zum Killer umprogrammiert wird, um frische Opfer zum Ausschlachten heranzuschaffen. Auch diese Folge ist sehr sprunghaft und wird dabei schon zum Exploitation-Kracher, wenn zahlreiche junge Frauen vom Lockvogel angesprochen werden und nach einem Schnitt dann schon zappelnd und halb- bis ganz nackt auf dem Seziertisch liegen. Dadurch bleiben die Charaktere aber auch flache Abziehbilder, die einen nicht interessieren.
Auch die 2. Episode strotzt vor nicht nachvollziehbaren Charakteren und Unlogik. Ein Student sieht sich einen Porno an und verliebt sich in die Darstellerin. Schließlich macht er sie ausfindig, sie kommt jedoch von ihrem Produzenten/Entdecker nicht los und zieht den jungen Mann, den sie eigentlich auch liebt, hinein in einen Selbstmordclub, wo in einer Art russischem Roulette immer ein Teilnehmer einen grausamen Tod sterben muß. Der schmierige Pornoheini will seinen Nebenbuhler also loswerden, macht allerdings (wie auch sein Star) bei jeder Runde mit. Die Todesarten sind zumindest originell, aber auch komplett unrealistisch und lächerlich. Irgendwann erzählt einem der Off-Sprecher, daß die Verliebten dann doch noch geflüchtet sind. Junge, Junge...
Endlich kommt die letzte Story - ein alter jüdischer Holocaust-Überlebender erkennt einen Kriegsverbrecher wieder, der aber in Jahrzehnten keinen Tag gealtert ist. Überraschung - es ist ein Dämon! Nach dem Tod des alten Herren schaltet sich sein Freund von der Polizei ein, während der Dämon selber einen Autor kontaktiert, der mit dem Buch "Gott ist tot" gerade für Aufregung sorgt. Seiner Frau, beschützt von einem zauseligen Ex-Mönch, wird im Beichtstuhl die Aufgabe zugeteilt, den Dämon zu vernichten. Ich wiederhole mich, aber: dumm, zerhackt, unlogisch. Zum Beispiel lobt der Dämon den Autor, weil der auch nicht an Gott glaubt - dabei wissen wir schon aus der Rahmenhandlung im Zug, daß es ihn eben doch gibt. Käse.
Unterm Strich ist das ein Film, der vielleicht den allerhärtesten Trashfans (ich bin nur ein durchschnittlich harter, deshalb habe ich den Film gehaßt) und extrem anspruchslosen Splatterfans gefallen könnte. Ich hätte die Filmemacher am liebsten in den seltsamen Mitternachtszug gesetzt.