Welches Film-Genre kann eigentlich am wenigsten falsch machen? Antwort : Kinderfilme. Kinderfilme erfüllen eigentlich zu 99,9% ihren Zweck, es sei denn, brutale Filme werden von der FSK als Kinderfilm eingestuft, wie es bei "Unten am Fluss" der Fall ist. Doch richtige Kinderfilme, wie "Ein Schweinchen namens Babe" können im Prinzip rein gar nichts falsch machen. Die Sache bei Kinderfilmen ist halt, ob man als erwachsener Mensch auch seinen Spaß dran haben kann, oder ob man diesen Film nur als Kind genießen kann. Babe gehört in diesem Fall zur Kategorie 1. Dieser Film ist einfach sympathisch, es gibt viele niedliche Tiere sehen, die mit noch viel niedlicheren Stimmen ausgestattet wurden. Die Geschichte handelt von einem kleinen Schwein namens Babe, das durch gewisse Umstände auf einen Bauernhof landet, wo es das einzige Schwein weit und breit ist. Schnell zeigt sich, dass dieses Schwein anders ist als andere Schweine. Es fängt an sich wie ein Hund zu verhalten und wird zudem noch von einer Hündin "adoptiert". Der sympathische Bauer, gespielt vom wunderbaren James Cromwell, entdeckt das geheime Talent des Schweins und versucht ihn zu einem sogenannten "Schäfer-Schwein" zu trainieren. Auch wenn hier die niedlichen Tiere im Vordergrund stehen (besonders die Laufente Ferdinand hat es mir angetan) muss ich ganz ehrlich sagen, dass James Cromwell's Rolle für mich mein Lieblingscharakter dieses Films ist. Er verkörpert einfach einen wunderbaren Bauern, der eine riesige sympathische Aura ausstrahlt. Auch wenn er in diesem Film sehr wenig sagt, bekommt man als Zuschauer den Eindruck, dass man seine Gedankengänge stets mitverfolgen kann. Der Bauer ist ein Mann der handelt und nicht groß über die jeweilige Situation nachdenkt, was besonders bei der wunderbaren Katzenrauswurf-Szene zur Geltung kommt. Wie schon gesagt, im Vordergrund stehen ganz klar die Tiere mit ihren süßen Stimmen. Es war das erste mal, dass ich diesen Film auf englisch gesehen habe und muss ganz klar sagen, dass Babes englische Stimme lange nicht so ohrenbetäubend daher kommt wie die schreckliche deutsche Stimme. Natürlich kann man als Erwachsene/r vieles an dem Film kritisieren, wie zum Beispiel der etwas dick aufgetragene Kitsch, oder die Unglaubwürdigkeit, welche in vielen Szenen oft die Überhand gewinnt. Doch es fällt mir immer ziemlich schwer an Kinderfilmen diese Aspekte zu kritisieren, da der Film in erster Linie Kinder unterhalten will. Auch der plötzliche und etwas zu hektische Sinneswandel von Rex war nicht ganz so geschickt in Szene gesetzt, wie das meiste Andere in diesem Film. Rex ist zwar einer der interessantesten Tier-Figuren in diesem Film, der übrigens von Hugo Weaving (Agent Smith in der Matrix-Trilogie) gesprochen wird, doch im letzten Drittel wirkt er leider nicht mehr ganz so wie der Rex, den man vorher kannte. Ich hätte mir einfach nur gewünscht, dass man ihm viel mehr Zeit widmet und seine Entwicklung zu Babe etwas strukturierter ausgebaut wird. Trotzdem möchte ich nicht zu viel meckern, denn der Film versprüht einfach eine gute Laune und wird zudem nie Langweilig. Ganz besonders süß fand ich, dass der Film in viele kleine Kapitel aufgeteilt wurde und diese Kapitel werden von zuckersüßen Mäusen angesagt. Das Ende ist natürlich auch etwas weit hergeholt, passt aber eigentlich hervorragend zu diesem Film. Somit muss ich ganz klar sagen, dass dieser Film für die Meisten klar zu empfehlen ist, es sei denn man lehnt Kinder - und Familienfilme prinzipiell ab.
Fazit : Schweine sind die besseren Hunde! Zuckersüßer Kinderfilm mit tollen Synchronsprechern und einem großartigen James Cromwell. Ich habe Lust auf die Fortsetzung bekommen.
7/10