Review

Im Vorspann Menschen in Kutten mit Fackeln, die ein Ritual ausführen... das macht schonmal Lust auf mehr. Sehr geheimnisvoll und sehr "böser-Kult" - mäßig. Und, zwar nicht sehr innovativ, aber doch recht gut gemacht.

Dann plötzlich die Einblendung des Film-Titels "The creature" ganz im Stil der 50/60er Jahre Reißer Filme mit triefender Schrift - allerdings in den Farben von "Back to the future" - ich war verwirrt.
Was für ein Film sollte das nun werden? Ein atmosphärischer religiöser Kult-Schocker mit allerlei Ritualen und Rätseln? Oder eine Parodie oder eine Hommage an die früheren Monster Filme? Wollte dieser Film gar nicht ernsthaft sein?
Anzeichen gab es für beides, leider bin ich nach wie vor unschlüssig, ob es nun gewollte oder unfreiwillige Komik war.

Erstmal der Reihe nach.
Ein weißer und ein schwarzer Hüne, bekannt bereits von den Zeichnungen an den Höhlenwänden während des Vorspann-Rituals, werden unabhängig voneinander aufgefordert, zum Antreten eines Grundstücks-Erbes in die Hallapampa zu fahren. Ihre Mutter, Oberhaupt einer Wohnwagen-Siedlung, hatte es ihnen vermacht.

Sie treffen dort auch irgendwann ein. Die Locations sind ziemlich bizarr, die Leute verhalten sich komisch und irgendwie geheimnisvoll wissend. Sie lauern hinter ihren Fenstern, führen mehrdeutige Dialoge und verhalten sich sehr eigenartig.
Das fällt den beiden vermeintlichen Brüdern aber nicht auf, weil sie bis zum Ende des Filmes meistens damit beschäftigt sind, sich gegenseitig zu beschimpfen oder zu verprügeln.

Ein kleiner dicker Junge und eine verzweifelte Dorf-Matratze sind die einzigen, die zweifelhaften Umgang mit den beiden Erben pflegen. Alle anderen gucken meistens nur blöde, machen eigentümliche Bemerkungen oder gehen seltsamen Tätigkeiten nach.
Es ist schnell klar - es gibt eine Menge Heimlichkeiten und Ungereimtheiten.
Die wenigen Leute, die abhauen wollen von diesem Ort, werden daran gehindert. Meistens durch die Urgewalt "Bloodhead", den dämonischen Gold-Wächter, der durch den Fund einer goldenen Muschel durch die Mutter der beiden Haudegen frei gelassen wurde. Dass dieser dämonische Wächter die ganze Zeit wie ein übergroßer Football-Trampel im triefenden Papageien Köstum wie ein betrunkenes Nashorn auf Stöckelschuhen durchs Bild wankt, wird auch nicht wieder gut gemacht durch das läppische Köpfe-Abbeißen, was dieses Ding bietet.
Auch, dass die Mutter immer mal wieder mahnend und spuckend (spuckt die eigentlich ihre ausfallenden Zähne in den Spucknapf?) auftaucht, um ihren beiden Söhnen Vernunft einzubleuen, ist nicht gerade dazu geeignet, dass man den Film ernster nehmen kann.
Die Auflösung(en), die recht seltsam, aber in dieser Seltsamkeit im Film-Kontext recht konsequent umgesetzt sind, scheinen recht schnell dahingekliert - entweder waren wohl das Geld, die Lust oder die Ideen zu Ende - oder, alle Beteiligten hatten schnell was besseres zu tun, und wollten nur schnell fertig werden.

Sollte der Film ernstgemeint gewesen sein:
Fazit a: schade, schade bei der Umsetzung und teilweise der Story, obwohl einige anfängliche Szenen durchaus Potential gehabt hätten. Das Monster geht gaaaaaaarrrrr nicht!

sollte der Film nicht ernstgemeint sein, sondern ein wenig Augenzwinkern in Richtung 50er Jahre Monster gehen:

Fazit b: da wäre das Drumherum im "Städtchen" und im Trailer-Park schon besser umgesetzt, das Monster auf perfekte Weise persifliert. Aber ein wirkliches Augenzwinkern und ein echtes Aufleben des seinerzeitigen Trashes wäre nicht erzielt, weil das entsprechende andere Drumherum (Ton, Effekte) fehlt.

Ich glaube, die Macher waren sich selber nicht einig, was es nun werden sollte, was zu einem Wischiwaschi und zu extremen internen Qualitätsschwankungen führt. Leider.

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