„Stone Cold – Kalt wie Stein“ gehört zu der Art von B-Movies, die sich gut mit Vertretern der A-Klasse messen können.
Joe Huff (Brian Bosworth) ist ein typischer Cop des B-Action-Genre: Andauernd vom Dienst suspendiert, aber knallhart. So lässt er es sich auch nicht nehmen außerdienstlich einigen Supermarkträubern zu zeigen, wo der Hammer hängt. Dies ist zwar recht typisch B-Film und ein wenig unspektakulär, aber immerhin gut gemacht und auf gar keinen Fall langweilig.
Zuhause schleppt Joe die Mädels reihenweise ab und kümmert sich fürsorglich um seinen Hausleguan. Bereits hier spielt Regisseur Craig R. Baxley mit Klischees: Joe braut einen unsäglichen Brei aus allen möglichen Nahrungsmitteln zusammen – doch anstatt das Gesöff zu trinken, gibt er es seinem Leguan zu futtern.
Doch es ist Ärger im Verzug: Eine Rockergang, die sich die Bruderschaft nennt, steigt in jede mögliche Art von Verbrechen ein von Prostitution über Drogenhandel bis hin zu Auftragsmorden. Klar, dass das FBI den Cop mit den meisten Verhaftungen innerhalb von Rockergangs zu Rate zieht: Joe. Joe soll sich undercover in die Bruderschaft von Chains Cooper (Lance Henriksen) einschleusen und die Bande auffliegen lassen. Joe kann unter dem Decknamen John Stone das Vertrauen der Bruderschaft gewinnen, doch der Job erweist sich als extrem harte Nuss...
„Stone Cold“ dürfte vom Mainstreamseher vermutlich als menschenverachtendes Machwerk abgetan werden, aber für Actionfans, die auch nichts gegen B-Movies haben, wird einiges geboten.
Die Story bietet zwar keine großen Überraschungen; vor allem, weil der Zuschauer immer mehr weiß als Huff selbst. Allerdings besitzt „Stone Cold“ kaum Längen und langweilt den Zuschauer nicht.
Sehr gelungen ist die Atmosphäre: Raue Bikerromantik, die auch für nicht Motorradbegeisterte wie mich ansprechend ist. Denn das Bikertum wird in „Stone Cold“ verteidigt und nicht alle Biker verurteilt. Vor allem die Musik ist wahnsinnig gut: Harte Gitarrenmusik und Heavy Metal sorgen für eine gute Untermalung; zudem kommt auch genug von der Musik im Film vor.
Die Action ist im großen Anfangsteil des Films eher unspektakulär und kann als „Bikeraction“ bezeichnet werden: Egal ob Prügeleien, Verfolgungsjagden oder gelegentlicher Schusswaffengebrauch – das meiste resultiert aus dem Bikerleben. Erst zum Ende hin wird die Action aufwendiger: Eine Wettfahrt zwischen Joe und Ice (William Forsythe) ist schon ziemlich gut, aber den Showdown überzeugt vollends: Hier bieten sich einige harte Shoot-Outs und ein paar Auseinandersetzungen auf sonstige Weise.
Den größten Verdienst am Gelingen von „Stone Cold“ erweist Regisseur Craig R. Baxley: Die von ihm erzeugte Atmosphäre (siehe oben) und sein guter Regiestil, insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Kamerateam, setzen „Stone Cold“ erst richtig in Szene.
Schauspielerisch ist wenig bis gar nichts los, da sich fast der komplette Film auf Brian Bosworth konzentriert – und dieser ist als ehemaliger Footballstar eine Schauspielniete. Dabei passt sein versteinerter Gesichtsausdruck allerdings irgendwie zum Titel des Films. Doch mit Lance Henriksen und William Forsythe hat „Stone Cold“ zwei begabte Bösewichtdarsteller an Bord, die wieder ein wenig reißen können.
„Stone Cold“ gehört zu den besten Filmen im B-Movie-Bereich und bietet gute Actionunterhaltung für den Fan – zwar ein wenig unspektakulär, aber gut in Szene gesetzt.