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Einer der schlimmsten Alpträume für Männer, wenn nicht auch für Frauen, dürfte es sein, wenn plötzlich das geliebte Vehikel einen eigenen Kopf entwickelt oder gar seinem Besitzer an die Gurgel will. Darauf sind dann auch irgendwann die Drehbuchschreiber gekommen und haben den Stoff mal mehr, mal weniger erfolgreich umgesetzt. Bei diesem Film handelt es sich mehr um einen Vertreter der letzteren Kategorie:

Die Story ist vergleichsweise Simpel. Plötzlich taucht in irgendeinem Kaff in der amerikanischen Provinz ein schwarzes Coupé auf, was anscheinend nichts Besseres zu tun hat, als wahllos Radfahrer, Tramper und weitere Leute, die es auf der Straße antrifft, umzubringen. Die örtliche Polizei ist jedoch nicht so begeistert von der mordenden Maschine, fordert sie die armen Gesetzeshüter doch glatt zum Handeln auf. Diese nehmen natürlich gleich die Fährte des Fahrzeuges auf, um festzustellen, dass dieses gemeine Transportmittel immer ein bis zwei Haubenlängen voraus ist und ein bösartiges Spiel mit den Beamten spielt. Als dann auch noch die Freundin vom Oberwachtmeister ins Gras beißen muss, platzt unseren Polizisten endgültig der Kragen und man entwickelt einen Plan, wie man das Gefährt endgültig ins Jenseits befördern kann.

Wenn man sich nun diese Beschreibung der Story vor Augen hält, so könnte man auf die tollkühne Idee kommen, dass der Film auf inhaltlicher Ebene wohl nicht ganz der Knüller sein wird. Man behält Recht, denn wirklich aufregend wird dieses Machwerk zu keiner Zeit. Zu Beginn müssen natürlich einige Morde geschehen. Begleitet von furchteinflößend monotoner Musik pirscht sich nun dieser PKW an seine Beute heran. Geschickt hat man versucht durch verwirrende Kamerafahrten und Schnitte das Aussehen des Fahrzeuges lange geheim zu halten. Ab und zu blitzt etwas Karosserie auf, eine Subjektive erlaubt einen Ausblick aus dem Inneren und dann sind schon zwei sympathische Radfahrer tot. Naja, und so fährt der Wagen weiter und bringt fleißig Leute um. Warum wissen wir nicht. Wahrscheinlich wusste es selbst der Drehbuchautor nicht wirklich. Das tut aber nichts zur Sache. Wenn die Story schon nicht das Gelbe vom Ei ist, da kann man ja immer noch etwas durch Spannung und Suspense heraus holen. Leider wird diese hier oft im Keim erstickt, da die eintönige Musik das Erscheinen des Autos fast immer ankündigt und man sich nie wirklich erschrecken kann. So verläuft der Film sehr behaglich dem Ende entgegen und die Spannungskurve möchte nicht wirklich ansteigen. Nebenher eingeflochten ist dann die obligatorische Liebesgeschichte zwischen dem Obersheriff (James Brolin) und der Lehrerin Lauren (Kathleen Lloyd), die zum Ende hin noch etwas Dramatik ins Feuer wirft, ansonsten als Lückenfüller dient. Man kann ja auch nicht nur das Auto zeigen, wie es in Ultra-Highspeed-Jagden, welche kaum durch das beschleunigte Bild auffallen, der Polizei entkommt. Actionfans werden angesichts der doch sehr eigenartigen Stunts die Nase rümpfen, genauso die Freunde der härteren Gangart, da sie nicht auf ihre Kosten kommen werden.
Dem Ottonormalseher dürfte es irgendwann aber auch ziemlich auf den Keks gehen und wenn sich das Fahrzeug dann zum fünften Mal um die eigene Achse dreht oder wild hupend auf die Beamten losgeht, dann wünscht man sich das Ende und vielleicht auch eine kleine Erklärung der Geschehnisse herbei. Angeblich soll ja kein Fahrer im Wagen sitzen. Wie man das durch die getönten Fenster gesehen hat ist mir zwar bis heute noch ein Rätsel aber vielleicht hatte man gerade Supermans Röntgenstrahlen zur Hand. Nach dem packenden Finale ist man dann ungefähr genauso schlau wie vor dem Film. Zwar deutet eine Szene während des Films schon an, wohin das ganze gehen soll, doch so richtig überzeugend ist das alles nicht.

Schauspielerisch ist genauso dritte Welt, wie auf der Seite des Drehbuchs. James Brolin, der sein nicht allzu großes Talent wenig später in „Amityville Horror“ zur Schau stellen durfte, zeigt auch hier, dass er kein großer Mime ist. Sein Auftreten ist wenig überzeugend und wirkt oftmals hilflos. Er schafft es nicht seine Gefühle zu transportieren, bzw. sie überhaupt richtig darzustellen. Wahrscheinlich hat man das auch vergessen ins Drehbuch zu schreiben. Trotzdem ist das Gebotene nur auf unterem Durchschnittsniveau und passt sich wunderbar dem Film an. Auch Kathleen Lloyd vermag es nicht positive Akzente zu setzen. Hervorzuheben ist bei ihr die Szene, in der sie in selbstloser Aktion das Auto verhöhnt um ihre Schützlinge zu retten. Man merkt, dass sie sich anscheinend etwas dämlich vorkam ein Kraftfahrzeug zu attackieren und so wirkt es nicht sehr glaubwürdig. Der Rest der Truppe, der in diversen Horrorfilmen sein Stelldichein gab, bewegt sich auf dem gleichen Niveau und rundet das Bild, was man von dem Film bekommt, ab.
Wie schon erwähnt lädt auch der Schnitt nicht zu Jubelarien ein, ganz im Gegenteil. Die hektischen Schnitte, gepaart mit interessanten Kamerapositionen, verlangen dem Zuschauer schon Geduld ab. Man hat wohl versucht den Zuschauer leicht zu verwirren und das ist den Filmemachern auch gut gelungen. Besonders die Mordszenen wirken mehr als unrund und hinterlassen ein zwiegespaltenes Bild. Die eingestreuten Landschaftsaufnahmen des Wüstensettings bieten zwar ab und an etwas Abwechslung, wirken jedoch größtenteils Monoton.

Wirklich packen konnte mich der Film nicht. Dazu sind die inhaltlichen Macken viel zu groß. Ein wirkliches Gefühl von Grusel oder Spannung kann zu keiner Zeit aufkommen und dies ist, gepaart mit den wenig überzeugenden Schauspielern und dem wirren Schnitt, der „Todesstoß“ des Films. Es ist zwar kein Totalausfall aber viel mehr als unterster Durchschnitt auch nicht.

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