Review

Der erfolgreiche Dirigent Daniel erleidet währen einer Vorstellung einen Herzanfall. Überarbeitet und erschöpft ist es Zeit für ihn kürzer zu treten. Er kauft die alte Volksschule im abgelegenen Dorf seiner frühen Kindheit, um dort zu sich zu kommen. Ungewollt schlüpft er dort in die Rolle des Chorleiters und lernt die verschrobenen Charaktere der Dorfgemeinschaft zu lieben.

So weit so gut. Dieser Film war wohl in seiner Heimat einer oder vielleicht sogar der erfolgreichste Film aller Zeiten. Das Netz wimmelt nur so von überschwenglichen Reviews. Ganz kann ich da nicht beistiften, ein zwei Dinge haben mich einfach zu sehr gestört.

1. Die Charaktere: Bis auf die beiden Hauptpersonen wird jeder Charakter, insbesondere der Dorfgemeinschaft, auf eine Eigenschaft reduziert. Wir haben z.B. den verklemmten Pfarrer, das Opfer (geschlagene Ehefrau), der Täter (schlagender Ehemann),.... . Einfach ein bisschen wenig, gerade weil dem Film eine subtile Message unterstellt wird, die ich hier einfach so nicht erkennen kann.

2. Der Plot: Nicht nur auf den ersten Blick nicht gerade originell. Wenn man sichd das so vor Augen führt, muß man erstmal an Granaten wie Sister Act denken, auch wenn man damit natürlich dem Film auch nicht gerecht wird.

Und bitte, ich möchte niemals nie nicht mehr in einem Film einen Chor eine "ergreifende" Version von Amazing Grace singen hören. Wenn ich das brauchen würde, wäre ich auf dem Kirchenfest der örtlichen Gemeinde beim Konzert des Gospel Workshops.

Trotz alledem, ist "Wie Im Himmel" ein Film, den es sich lohnt anzuschauen. Frida Hallgren ist einfach bezaubernd. Nachdem was ich gesehen habe, halte ich sie für eine der hoffnungsvollsten Jungschauspielerinnen Europas. Auch Michael Nyqvist weiß zu überzeugen. Der Film funktioniert als einfache Parabel, nicht als überladenes Werk mit Message Overkill.

6/10

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