„The House of Exorcism“ ist mit Sicherheit nicht Bavas bester Film. Das mag vor allem daran liegen, dass er auf Kraft so umstrukturiert wurde, dass er von dem finanziellen Erfolg von „Der Exorzist“ etwas abgreifen kann. Denn die Kerngeschichte ist gar nicht mal so übel und in bester Bava-Technik auf Celluloid gebannt. Unser aller Elke Sommer tauscht mit der Seele einer ermoderten Frau den Körper und wird dazu verdammt, in einer schon lange bestehenden Parallelwelt ein Familiendrama aus Ehebruch und Mord zu durchleben. Diese parallele Realität ist die persönliche Hölle der Familie, die von Telly Savalas als satanischen Diener zusammengehalten wird. Um diese Kernstory wird die Austreibung der fremden Seele aus Elkes Körper herumgestrickt, wobei der Exorzismus dem Film weder Spannung, Innovation noch optische Reize vermitteln kann.
Nur Teile des Films tragen die unverwechselbare Bava-Handschrift. Sie ist vor allem in der familiären Hölle sehr ausgeprägt und eine wahre Augenweide. Die anderen Teile wirken langweilig bis primitiv und sorgen dafür, dass der geneigte Zuschauer recht rasch das Interesse an dem Fortgang der Geschichte verliert. Da nützen auch die sehr ordentlichen Schauspielleistungen von Savalas und Sommer nichts. Wobei vor allem die Leistung von Savalas sehr originell ist. Er sollte ja unglaublich dämonisch wirken, wenn er den oder eine Art Teufel spielt. Er schafft es aber, dass er eher wie ein Teufelchen rüberkommt, dass man am ehesten in der Augsburger Puppenkiste vermuten dürfte. Er ist unwillig beim Dienen, erfindungsreich beim Schikanieren (und beim Einsargen), gelangweilt von den sich wohl ewig wiederholenden Abläufen in der Familie und weltlichen Genüssen sehr zugetan. Nicht umsonst tritt er bei dem eigentlichen Exorzismus nicht in Erscheinung. So vermittelt er die Rolle eines abkommandierten Aushilfsdämons, der nur halb bemüht seinen Job macht. Nämlich die Familie leiden zu lassen.
Der Film ist für alle Bava-Freunde natürlich ein Muss. Der Rest wird diesem Streifen wohl nicht viel abgewinnen können. Mir hat er nur phasenweise gefallen, so dass er nur 4 von 10 Punkten erhält. Trotzdem ist es gut, ihn mal gesehen zu haben.