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Lisa and the Devil von Mario Bava Eines der späteren und wohl das bisher unzugänglichste Werk Bavas, welches mit bizarren Ideen nicht spart, und doch auf gewisse Weise sein Meisterwerk darstellt. Elke Sommer treibt es durch für den italienischen Gruselfilm altbekannte Szenerien: Eine bizarre Altstadt, märchenhafte Parkanlagen und schlossähnliche Herrenhäuser. Inwiefern die einzelnen Figuren zueinander stehen, welche nun schon dem Tod entgegen getreten sind und welche gar nicht mehr existieren dürften, das könnte einem wohl nicht einmal Bava selbst ernsthaft erklären, denn noch mehr als bei solch bizarrer Familienhistorie wie einst „Baron Blood“ steht nicht nur den verängstigten Protagonisten die Verwirrung ins Gesicht geschrieben. Schon alleine die unklare Zeitebene (in der Stadt scheint man in den Fünfzigern gelandet, im Herrenhaus eben ein Jahrhundert früher) sorgt für zitternde Gehirnwindungen. Dass der Film dennoch ein absolutes und unumstössliches Meisterwerk, wenngleich nur in seiner ursprünglichen Fassung, darstellt, liegt an der wohl erstaunlichsten visuellen Arbeit, die Bava je zustande gebracht hat. Der Film trieft regelrecht vor Extravaganz, ist zugleich herzhaft spannend und gibt keine Sekunde her, in der nicht entweder die Visualität, die Schauspielerei oder klassische Horrorszenarien den Zuschauer fesseln würden!Nebenbei darf man Telly Savallas als bizarr-gutgelaunten Teufel/Diener sehen, der in genialer Spiellaune gewesen sein muss – wunderbar!Die deutsche DVD ist ein ultimatives MUSS! Von der tadellosen Qualität und dem informativen Booklet brauche ich wohl kaum zu schwärmen, ebensowenig von der atemberaubenden Aufmachung. Den Vogel schießen allerdings die „deleted scenes“ ab, welche Bava wohl auf Wunsch seiner Produzenten (ebenso wie die auf der DVD nicht repräsentierten Exorzismus-Szenen, welche in der arte-TV Fassung zu sehen sind) gedreht hat, und bei denen Sleaze und Gore völlig comichaft überzeichnet sind – als wollte Bava seinen Produzenten dadurch eins auswischen, indem er die Sexszenen ZU plakativ und die Gewalt ZU derb zeichnete, so dass diese damit auch nix anfangen konnten.Fazit: für Italo-, Classic-, Horror- und Filmliebhaber ein definitiver Höhepunkt im tristen Brei des Lebens

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