Ein Typ rennt durch den Wald und verwandelt arme Passanten mit Hilfe eines blauen Serums in Zombies. Eine Handlung, wie sie im Amateurfilmbereich handelsüblicher nicht sein könnte, doch schon bei Ittenbach und Co. kam es immer mehr auf das Drumherum an, sprich Effekte, ein Hauch Selbstironie oder einfach der so oft zitierte trashige Charme. Ein Konzept, das eigentlich nur dann scheitern kann, wenn an dem vorliegenden Endprodukt einfach gar nichts mehr stimmt, sprich: Wenn der fertige Streifen einfach so schlecht ist, dass er eben einfach nur noch schlecht ist. Dies ist bei „Zombiegore“ eindeutig der Fall, trotz einiger guter Ansätze.
Witzig mutet schon die erste Einblendung an: „Ultra Gore Certified“ kriegen wir da zu lesen. Sofern es sich dabei nicht um einen Anflug von Humor handelt scheinen die Macher von ihrem Produkt also sehr überzeugt zu sein und was die Anzahl der markanten Szenen angeht, so werden wir schonmal nicht enttäuscht. Qualitativ betrachtet sind die zahlreichen Effekte aber so unglaublich billig und dilettantisch gemacht, dass den Genre-Fan das blanke Entsetzen packt. Blutpäckchen, die die Darsteller mit eigenen Händen zerquetschen, um blutige Einschüsse zu simulieren, sind dabei noch der traurige Höhepunkt, ganz zu schweigen von den Schusswaffen, die überdeutlich als Spielzeug zu erkennen sind.
Könnte ja alles noch ganz witzig sein, doch allein die Lauflänge von knapp 98 Minuten lässt einen sehr stark zweifeln, ob man dieses Machwerk bis zum Ende durchsteht. In der Tat ein schwieriges Unterfangen, denn wie erwähnt existiert im Grunde keine zusammenhängende Handlung, dementsprechend bleibt der Plot ein dramaturgisches Vakuum und ist, mit Verlaub, einfach nur stinklangweilig. Daran ändern auch die paar Knallchargen nichts, die sich hier als Darsteller bezeichnen. Spaß hatten sie, das steht außer Frage. Leider werden sie da wohl auch die einzigen bleiben. Das einzige Feature, das den Film zumindest in den letzten zehn Minuten noch interessant macht, sind die Outtakes, die sich in diesem Fall auf verpatzte Effekte beschränken, aber insgesamt noch bedeutend witziger anzusehen sind als der eigentliche Film.
Keine Empfehlung! „Zombiegore“ ist ein grottenschlechter und langweiliger Beitrag zum Amateur-Splatter-Genre, der auch von hartgesottenen Trash-Fans getrost ignoriert werden kann.