Review

Ach der Fluch von El Charro – selten hab ich einen solch schlecht kalkulierten Film gesehen.

Die Story ist simpel und klischeehaft, damit findet sich der geneigte Horrorfan ja gerne ab: Vier – teils attraktive – junge Frauen fahren mit dem Auto in die Ferien. Dabei: Eine Tusse, eine Satanistin mit lesbischen Anleihen, das brave und soziale – aber gleichzeitig versaute – Mädel sowie das weniger schöne psychopathische Mädchen, deren Schwester sich vor einem Jahr das Leben nahm. Aufgrund des Suizides träumt dieses sehr gläubige Mädchen seltsame Vorahnungen von einer Rache. Mehr ist da nicht klar. Und wird nicht klar. Wie auch immer, am Ferienort angekommen gehts gleich in eine Disco. Drei Kiffer aufgegriffen (wovon einer von einer Familie träumt und kein Interesse an reinem Sex hat – ach wie vorbildlich) und zurück in die Ferienhütte. Und da nun genug potentielle Opfer vorhanden sind, geht die Rache los..

Seltsamer Film, der eindeutig „Texas Chainsaw Massacre“ kopiert, dann aber wieder Anleihen von Stummfilmen und Trashwerken mit sich bringt. In dem Film passiert eigentlich vieles, aber eben doch nichts. Da hätten wir mal einen gut gemachten Vorspann, ein Gespräch mit einem Pfarrer, Angezicke der Mädels, eine Autofahrt, ein Joint, ein spitzer Polizist mit Blaseinlage, eine Satanistenbar mit seltsamen Leuten (die im Film keine Rolle mehr spielen wollen) und so weiter – nun sind aber knapp 20 Minuten vergangen! Sprich, der ganze Film dreht sich genau um die Abmetzelei in den letzten zehn Minuten, ansonsten ist einfach alles sinnlos. Auch der – auf dem DVD-Cover gross angekündigte Auftritt von Lemmi der Band „Motörhead“ als Pfarrer - ist so etwas von uninteressant und sinnlos. Ab und an kommen dann einige Visionen, wovon der Höhepunkt nach der Hälfte kommt. In schöner Stummfilm-Manier wird da mal ein seltsames Bild gezeigt, danach das Fenster mit der Schrifteinblendung „GEFAHR“, „MONSTER“, „TOD“.. Stylisch gibt es hier bestimmt einige Punkte.

Doch es geht mal nicht um Details, sondern um alles rum. Fühlt man sich zu Beginn noch wie in einem gelungenen 80er-Horror-Thrill-streifen, wird man beim ersten richtigen Mord des El Cherro doch noch überrascht, nett anzusehen und ein wenig blutig. Und dann gabs wohl das Kalkulationsproblem, denn es war kein Geld mehr vorhanden. Praktisch jeder Mord passiert nun im off oder ist so lächerlich dargestellt, dass man merkt wie das Monster/Geist/Zombie/Dämon mitnem Gummiknüppel auf jemanden einschlägt. Absolut billig.

Der Sound ist eher metallastig, aber teils gut gesetzt, fällt jedoch nicht weiter auf.

Fazit: Ein seltsamer Film. Er bringt anfangs tatsächlich noch eine kranke Athmosphäre auf. Die vier Mädels sind so dumm, dass es Spass macht dem Abenteuer zuzusehn. Doch wie so oft endet das Vergnügen nach der Hälfte, als es nur noch darum geht zu fluchen (Scheiss-Fotze! Bums-Schnecke! Arschgesicht! Uiuiui), zu poppen und umgebracht zu werden. Da geht nicht nur die kranke Athmosphäre weg, sondern allgemein jegliche Ernsthaftigkeit. Schade, zu den Visionen hätte man einen total kranken Thriller drehen können anstelle eines billigen „Voyeur.com“-Abschnittes von Slasher. Dazu sieht das „Vieh“ noch aus wie der Creeper. Man kann sich den Film also ansehen wenn man 80er-Horror in der heutigen Zeit erleben will, jedoch gegen Schluss nur noch lachen möchte. Wie ebenfalls das DVD-Cover ankündigt: „Dieser Film macht nach einmaligem Gebrauch süchtig“ ist es jedenfalls nicht. 5/10 für die Mädels, einige Ideen, die teils düsteren Aufnahmen und den notgeilen Polizisten! Der hats verstanden ;-)

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