In Venedig schleicht ein Kindermörder umher, der es auf rothaarige Mädchen abgesehen zu haben scheint. Allerdings schreckt er auch nicht davor zurück Erwachsene zu töten, die ihre Nase zu tief in den Fall reinstecken. Der einzige Hinweis scheint bei einer alten schwarzgekleideten Frau mit Schleier zu liegen, die aber keiner zu kennen scheint.
Aldo Lado, der uns mit "Malastrana" bereits einen fabelhaften Giallo schenkte, geht auch in seinem zweiten Film tief ins Genre hinein. Dabei schafft er es erneut eine tolle Atmosphäre zu kreiern, bei dem ihm die Stadt Venedig sehr behiflich ist. Tolle Aufnahmen von nebelverhüllten Wasserstraßen, phantastische Locations und immer ein Hauch von "Wenn die Gondeln Trauer tragen" an Bord, wobei Dieser erst ein Jahr später entstand. Auch die Perspektiven sind sehr gut gewählt und besonders die Motive aus dem Blickwinkel des Killers sind allererste Sahne. Dazu noch noch der panische, aber zugleich hypnotische Soundtrack von Ennio Morricone, der hier hauptsächlich mit bizarren Kinderchören arbeitet, die durch Hall und Filtereffekte ihren Reiz ausleben. Mancherorts wurde der Score allerdings auch als nervig bezeichnet, während ich ihn absolut spitze finde. Allerdings ist er so prägnant, das wenn man zu ihm keinen Zugang bekommt, der Film selbst auch Probleme bereiten könnte.
Der Film ist eher ruhigerer Natur und setzt mehr auf Atmosphäre, als auf Blutorgien, die aber bei seiner Stärke auch absolut nicht notwendig sind. Dafür ist die Melange im Gesamten einfach zu ergiebig. Natürlich gibt es auch hier genretypische Defizite, die man aber leicht und locker verschmerzen kann. Kenner wird dies eh nicht stören.
"The Child" ist somit ein hervorragender Genre-Beitrag, den ich aber nicht zwingend als Einstiegsfilm nennen würde.