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Standardmässiges Abenteuer wie aus dem Lehrbuch, oder besser gesagt aus einer Reihe von Clive Cussler Romanen um den Meeresarchäologen und Schatzsucher Dirk Pitt [ Matthew McConaughey ], wobei sein erstes und vielleicht auch letztes Abenteuer genauso originell ist wie sein Titel. Nämlich gar nicht.
Das scheinbar per Computer vorgefertigte Skript stellt unseren neuen Helden auf altbekannte Weise vor, man zeigt einfach sein Zimmer und anhand Zeitungsausschnitten, Fotos und anderen Devotionalien kennt man dann bereits die Person, seine Vergangenheit, seine Freunde und seine Suche; kann man also dann direkt einsteigen.
Das erste Mal sieht man ihn auch gleich mit entblösstem, sonnengebräunten und gestählten Oberkörper und auch sofort rettet er einer Frau in Bedrängnis das Leben, die W.H.O. Medizinerin Eva Rojas [ Penelope Cruz ] wurde von vermummten Männern angegriffen. Diese ist eigentlich nur auf der Suche nach dem Ursprung einer Epidemie, die von Mali nach Lagos herüberkommt; Pitt dagegen fahndet nach einem Panzerschiff aus dem Sessionskrieg, dass ausgerechnet in der Sahara gestrandet sein soll.

Wie in den meisten Abenteuern ist auch hier der Weg das Ziel, der Film entwickelt sich anhand seiner Bewegungen, die fortschreitenden Reise verbindet die einzelnen Erlebnisse bis man endlich gefunden hat, wonach man sucht. Dabei wird zwar gemeinsam angefangen, in Mali trennen sich aber kurz die Wege, Pitt mit seinen Mannen Al Giordino [ Steve Zahn als Zotti ] und Rudi Gunn [ Rainn Wilson ] verfolgt seinen Traum auf dem Wasserweg, Eva und ihr Begleiter Frank Hopper [ Glynn Turman ] gehen direkt durch die Wüste. Beide stossen allerdings auf Schwierigkeiten, wobei sich der Widersacher als ein und dieselbe Gefahr herausstellt und später wieder zusammen dagegen angegangen wird.
Die Einfälle halten sich dabei in Grenzen, so dass man eigentlich genau das präsentiert bekommt, was man erwartet; die Inszenierung vom relativen Frischling Breck Eisner hat zwar alles im Blick, aber serviert nichts Besonderes oder gar Herausragendes. Die alte Matinee Formel vom simplen Kampf Gut gegen Böse wird gekonnt, aber recht klischeehaft dargelegt; ein Typ vom Schlage des Eisenbeissers fehlt vielleicht noch in der sehr leicht zu verfolgenden Geschichte, die am Ende astrein in eine Mixtur zwischen James Bond und Indiana Jones aufgeht. Dabei hätte Einflüsse des ersteren sogar gesteigert werden können, die angebliche Solarenergieanlage sorgt neben dem einzigen Clou auch für die erste Abwechslung gegenüber dem ständigen Wüstensetting, was hiermit auch für mögliche weitere Abenteuer komplett gestorben sein dürfte.

Die sehr wenigen nassen Szenen für einen Meeresarchäologen beschränken sich auf einen nicht gezeigten Tauchgang am Anfang und eine kleine Seeschlacht auf dem Niger, wobei damit auch endlich die Reihe der Actionszenen eröffnet wurde. Es kracht zwar auch hier häufiger und mit genügend Budget hinter der Produktion sieht alles auch gar nicht so klein aus; allerdings wirklichen Enthusiasmus vermögen auch diese Szenen nicht hervorzurufen. Zumindest hat man sich für Abwechslung und milden Stunts entschieden statt für reine Effekte, ein bisschen Akzentuierung bei den Explosionen und vor allen den Kämpfen hätte aber durchaus nicht geschadet; besonders die letzteren kann man weitestgehend knicken.

Dadurch kommt auch McConaughey nicht so wirklich als Actionheld herüber, für die zweite Garnitur passt es aber. Zahn spielt erfreulicherweise gar nicht so den Geek wie erwartet, sondern ist durchaus in der vorderen Reihe mit dabei, wenns mal brenzlig wird; die nicht wirklich markigen Sprüche werden zwischendurch natürlich trotzdem gerissen, jedesmal zum unpassendsten Zeitpunkt auch. Als Goof muss dafür Rainn Wilson herhalten, der Gott sei Dank nicht allzu viel mit dem Endfilm zu tun hat. Cruz selber ist auch nicht so gefordert, als erstes Pitt –Girl ist die Liebesgeschichte erfrischend knapp gehalten, nach wenigen Flirtattacken ist die Sache bereits geritzt. Genausowenig funken tut es allerdings auch zwischen den beiden.
Macy und vor allem Lindo halten sich komplett im Hintergrund.

Übrigbleiben tut ein Werk, dass durchaus Laune machen kann, wenn man auf diese Art des Genres steht. Für den Rest bleibt es zu sehr 08/15, zu sehr mit der heissen Nadel um machtgierige Warlords und freiheitsliebende Tuaregs herumgestrickt, und nach einer erfrischenden Dusche auch schon wieder vergessen.

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