Offenbar erlebt das Action-Adventure Genre eine Art Renaissance. Nach der angekündigten Umsetzung von „Indiana Jones 4“ schlagen gegenwärtig immer mehr Produktionen in die Abenteuer-Kerbe. Wer mit „Sahara“ einen Appetizer in Hinblick auf „Indi 4“ erwartet, irrt allerdings.
Entgegen oberflächlicher Vermutungen präsentiert uns Regisseur Breck Eisner zusammen mit Produzent Matthew McConaughey (nebenbei auch Protagonist) eine auf einer Romanreihe basierende Mixtur aus Abenteuerfilm, Komödie und Agenten- bzw. Politthriller. Prinzipiell ist es schwierig zu charakterisieren, was „Sahara“ eigentlich darstellt, denn in gewisser Weise befindet sich der Film selbst in einer Identitätskrise.
Die Jagd nach einem Schatz, der sich in einem Panzerschiff aus dem amerikanischen Bürgerkrieg ausgerechnet in Mali befinden soll, strotzt ohnehin nicht vor Glaubwürdigkeit. Ferner darf dann noch ein afrikanischer Warlord eine Umweltkatastrophe, welche die gesamte Menschheit bedrohen würde, initiieren. Na ja, irgendwie muss man die beiden Schatzjäger Matthew McConaughey und Steve Zahn mit der WHO Ärztin alias Penelope Cruz in Verbindung bringen.
Das Problem liegt eigentlich auch nicht am absurden Plot, mehr als anspruchslose Kost erwartet man ohnehin nicht, allerdings wirkt das Ganze arg konstruiert. Zufälle weiten sich zum Abstrusen aus und das Drehbuch ist total überladen. Obwohl die Ironieschraube doch des Öfteren offensichtlich gedreht wird, kann man „Sahara“ storytechnisch nur wenig abgewinnen, denn letztendlich wird die Chose deutlich übertrieben, was gegen Ende hin sogar in ein ausgedehntes Finale im Stile von James Bond gipfelt.
Einen gewissen Unterhaltungswert muss man „Sahara“ trotz allem attestieren.
Atmosphärisch trifft man die Erwartungshaltung, indem eine lockere, überaus coole Stimmung erzeugt wird. Verantwortlich dafür sind vor allem durchaus witzige Wortgefechte zwischen den Abenteurern Dirk Pitt (Matthew McConaughey) und Al Giordino (Steve Zahn). Gemeinsam fördern die beiden mit einer durchweg lässigen Vorgehensweise den unbeschwerten Unterton. Penelope Cruz ergänzt das herbeigeführte Trio dann als optisches Highlight mit einer souveränen Leistung als Eva Rojas, einer Ärztin der Weltgesundheitsorganisation.
Als gelungen darf man zweifelsohne auch den Soundtrack bezeichnen. Alte, amerikanische Country Songs und Klassiker am Niger oder in den Weiten der Sahara bieten einen erfrischenden Kontrast.
Mit Action wird man natürlich auch reichlich bedient. Mal abgesehen von den mittlerweile obligatorischen, wackeligen Nahkampfaufnahmen, ist das Gebotene auch durchaus sehenswert und endet erfreulicherweise auch nur selten im Effektrausch. Darüber hinaus sind einige Landschaftsaufnahmen visuell beeindruckend.
Schlussendlich hätte „Sahara“ wesentlich mehr überzeugen können, wenn das Drehbuch nicht derart überladen worden wäre, zumal die Grundstimmung tendenziell absolut ansprechend ist. Ein bisschen weniger von allem und McConaughey und Co. hätten eine brauchbare, mit Unterhaltungswert gesegnete, Romanverfilmung präsentieren können. Letztendlich erstickt der Film nicht im Sand, sondern am eigenen Drehbuch. (5/10)