Freddy Krueger Runde 4! Diesmal darf Actionspezialist Renny Harlin im Regiestuhl platznehmen.
“The Dream Master” knüpft ziemlich nahtlos an Teil 3 an. Joey, Kincaid und Kristen, die Überlebenden von „Dream Warriors“ sind nun aus der Klinik entlassen und scheinen ihre Vergangenheit hinter sich gelassen zu haben. Nur Kristen – leider nicht mehr gespielt von Patricia Arquette, sondern Tuesday Knight – scheint das Gefühl nicht loswerden zu können, dass Freddy noch immer am Leben ist. Und tatsächlich, Joey und Kincaid werden ermordet, kurz darauf sogar Kristen. Bevor sie im Traum jedoch getötet wird, gibt sie ihre Fähigkeit, andere mit in ihre Träume zu ziehen, an die Schwester ihres Freundes, Alice, weiter. Sie muss nun versuchen, sich Freddy zu stellen…
Hier gilt: hoher Bodycount nicht gleich besser. Erstaunlich viele Menschen müssen hier in erstaunlich kurzer Zeit sterben. Zwar sind die Morde hier wieder einmal sehr abwechslungsreich und interessant gemacht, aber die anschließenden Beerdigungen (wovon es tatsächlich mehrere gibt) und die damit verbundene Trauer um den Toten sind nach einer Weile belastend und langweilig. Aufgrund der hohen Anzahl der Opfer, können sich die Charaktere nicht wirklich entfalten, wie etwa in Teil 1 oder 3. Von daher kümmert es einen auch nicht so sehr, wer nun das nächste Opfer ist. Erstaunlich aber, dass die vermeintliche Hauptfigur Kristen auch dran glauben muss. Wenn die Funktion der tragenden Figur anschließend an Alice weitergegeben wird, scheint der Film relativ ziel- und planlos zum Ende zu laufen. Alle, die nun sterben müssen, geben ihre Fähigkeiten an sie weiter – leider merkt man davon nicht sehr viel. Erst in letzter Sekunde im finalen Gefecht fällt ihr dann ein, dass das Böse sich nur selbst sehen muss, um vernichtet zu werden. Aha.
Der Schritt ins Comichafte, den Teil 3 glücklicherweise wagte, wird hier weiter ausgenutzt. Einfallsreich ist das ganze sicherlich, aber nicht unbedingt neu. Wieder sehen wir Freddy’s Haus auf der Elm Street, wieder den Heizungskeller und wieder die Kinder, die das Freddy-Lied singen. Dennoch muss man dem Film seine teilweise wirklich unterhaltsamen Traumsequenzen zugute halten. Freddy am Strand oder Freddy als Arzt bringen den einen oder anderen Lacher hervor. Da wären wir aber auch schon wieder bei einem weiteren Problem: Der Film ist nicht gruselig. Durch die Abnutzungserscheinungen und die Tatsache, mehr Wert auf die Art und Weise und Anzahl der Morde zu legen, schließt einen hohen Angstfaktor fast gänzlich aus. Auch die Gesamtgeschichte um die Figur Freddy Kruegers wird nicht wirklich weitergebracht. Man erfährt weder etwas mehr über die Vergangenheit von Freddy, noch nahm der Film großartigen Einfluss auf die folgenden Teile.
Letztlich kann man sagen, dass „The Dream Master“ eine unterhaltsame und – was die Morde betrifft - abwechslungsreiche Fortsetzung ist. Mehr aber auch nicht. (6/10)