Freddy Krueger lässt nicht locker. Nachdem er sich im dritten Teil der Horrorsaga wieder auf seine alten Werte aus dem Original verließ, so ist ihm im 4. Teil nun mal irgendwie danach gewesen, sich selbst und seinen Film, mit Humor nur so vollzustopfen. Herausgekommen ist dabei ein recht typischer Nightmare-Streifen, mit gelungen, wenn auch untypischen, Humoreinlagen.
Die Story zum vierten Freddy-Spektakel kann mit der Geschichte des Vorgängers nicht mehr ganz mithalten, was auch daran liegt, dass sich Wes Craven leider schon wieder abgeseilt hat und das Drehbuch-Schreiben anderen überließ. Im Vergleich zu anderen Horror-Reihen funktioniert das Drehbuch aber dennoch ganz gut und hat wieder viel Freddy-typisches zu bieten. Wie es sich gehört, bleibt Freddy auch hier in den Träumen der Elm Street-Kids und streuselt nicht, wie in Teil 2, auf der Erde herum. Er tötet die Kids aus ihren Träumen heraus und das einmal mehr auf eine recht überzeugende Art und Weise. Logiklöcher sind zwar auch hier vorhanden und fehlende Tiefe natürlich auch, aber durch das größtenteils gelungene Rundum stört das trotzdem kaum.
Und wie es sich für Freddy gehört, so meuchelt er sich auch hier wieder auf ziemlich blutigem und atmosphärischen Weg, durch die Träume der Kids. Stirb Langsam 2-Regisseur Renny Harlin gelang eine recht stimmige Inszenierung, die sich zwar stark an die Inszenierungs-Weisen der Vorgänger hält, aber dennoch etwas ganz Eigenes zu bieten hat.
Und das ist der grimmige Humor des Ganzen. Während die restlichen Freddy-Streifen ja nur mit gelegentlichem Humor bestückt wurden, so gibt es hier wirklich viel zu lachen. Freddy ist hier nicht nur ein brutaler Traum-Killer, sondern auch ein ziemlicher Witzbold, wenn er z. Bsp. einen auf "weiser Hai" macht und seine Messerhand als Haiflosse missbraucht oder mit schicker Sonnenbrille über einen Traum-Strand läuft. Dazu die urkomische Szene mit Robert Englund als gefaker Krankenschwester. Glaubt mir, kein anderer Mann sah in Frauenklamotten komischer aus als Er.;) Wirklich herrlich!
Doch so schräg der Humor auch sein mag, wirklich passen tut er, zu einem Freddy-Film, dann doch irgendwie nicht unbedingt. Vor allem auch deshalb, weil die Shocks, trotz passender Inszenierung, ab und an auf der Strecke bleiben. So tiefsitzende Schocks wie in Teil 1&3 gibt es hier jedenfalls nur selten zu betrachten. Wirklich erschrecken dürften sich da wohl nur die blutigsten Genre-Anfänger. Schade, denn eine passendere Mischung aus Schreck und Fun wäre eigentlich drin gewesen. Aber nun gut!
In punkto Darstellerleistung wird übliche Horror-Kost geboten, wobei Englund natürlich wieder einmal herausragt. Auch beim vierten Mal ist seine Leistung recht überzeugend, wobei er aber durch den Humorpart vielleicht ab und an mal, mit der Glaubwürdigkeit, zu kämpfen hat. Der restliche Cast bleibt solide!
Fazit: Unterhaltsamer 4. Streifen aus der Nightmare-Reihe, der sowohl mit seiner Inszenierung, als auch mit seiner (für Genre-Verhältnisse) guten Story punkten kann. Die ungewöhnlich hohe Humor-Quote bringt zudem auch noch einige prächtige Lacher zum Vorschein, welche aber leider die vorhanden Schocks fast zu ersticken vermögen. Dennoch ein weiterer guter Film der Elm Street-Reihe, den sich Fans nicht entgehen lassen sollten.
Wertung: 7/10 Punkte