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Nach der Meinung vieler Fans ist der 3. Teil der Reihe die beste Fortsetzung. Dem kann ich nicht zustimmen, denn dort zeigten sich eindeutige dramaturgische Schwächen und (den Eindruck hatte ich zumindest) ein relativ dürftiges Actiontiming. Letzteres ist in „Nightmare on Elm Street 4“ besser gelungen, denn kein Anderer als der erfahrene Action-Regisseur Renny Harlin („Cliffhanger“) inszenierte hier und das merkt man dem Film an. Er wirkt dynamischer und actionlastiger als sein Vorgänger.

Zur Story: Die Überlebenden des 3. Teils Joey, Kincaid und Kristen fallen nun auch noch Freddy Krueger zum Opfer. Allerdings scheinen sich deren Fähigkeiten auf die biedere Alice zu übertragen, welche ebenfalls Albträume von dem Pizzagesicht hat. Sie allein nimmt (mal wieder) den finalen Kampf gegen Freddy auf…

Ein echter Top-Slasherfilm ist „Nightmare on Elm Street 4“ trotzdem nicht geworden. Es gibt mal wieder einige nette kreative Tötungsarten (z.B. Metamorphose zur Spinne), atmosphärische und fantasievolle Traumszenen und die Idee, dass Eine die Kräfte der Anderen in sich aufnehmen kann (und zum „Dream Master“ wird – so der englische Untertitel). Obwohl der renommierte Brian Helgeland (Oscar für „L.A: Confidential“) daran mitschrieb, kommt das Drehbuch dabei aber wieder zu kurz und hebt sich nicht von dem Niveau der durchschnittlichen Nightmare-Einheitsbrei-Story ab. Die Hauptfiguren sind einmal mehr lebende Teeniefilm-Klischees (die Streberin, der Macho etc.) und die Story hat natürlich so ihre Hänger und Logiklöcher. Wie sonst ist es zu erklären, dass der finale (zugegebenermaßen gut choreografierte) Kampf zwischen Freddy und Alice in einer verlodderten Kirche stattfindet – Freddys wohl meist gehasster Umgebung. Die Spezialeffekte hingegen können sich einmal mehr durchaus sehen lassen und sind eines der wenigen Dinge, die hier vollständig zu überzeugen wissen. Die erstklassige Darstellerriege des dritten Teils wird hier leider vermisst, die weitgehend unbekannten Darsteller (bis natürlich auf Robert „Freddy“ Englund) machen ihre Sache aber ganz ordentlich.
Ein Wort noch zur deutschen Synchronisation: etwas fragwürdig. Wenn „Motherfucker“ mit „Dummwurm“ und „Come to Daddy“ mit „Komm zu Freddy“ übersetzt wird, ist das wohl leicht sinnentstellend, aber das ist man ja mittlerweile gewohnt. Wer die DVD der „Nightmare“-Box besitzt, sollte sich den Film in Englisch anschauen (auch wegen Englunds gruseliger Originalstimme) auch wenn man längst nicht Alles versteht.

Natürlich klarer Verlierer im Vergleich mit dem ersten Teil, allerdings eine recht ordentliche Fortsetzung auf dem üblichen „Nightmare“-Niveau. Weitgehend unterhaltsam inszeniert, ist „Nightmare on Elm Street 4“ ein Muss für Horror-Fans und auch für Normalzuschauer (ohne zu hohem Anspruch) akzeptable Unterhaltung. Meiner Meinung nach sogar besser als der hoch gelobte 3. Teil, wenn auch nur geringfügig.

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