Der Film schließt an Teil 3 an: Kristen und ihre beiden Freunde werden, nachdem sie Kruegers Gebeine am Ende von "Nightmare 3" vergraben haben, erneut von der Schreckgestalt heimgesucht und allesamt umgebracht. Kristens Freundin Alice bleibt ebenso nicht verschont, kann aber immer wieder entkommen. Freddy Krueger meuchelt weiter, und es ist an Alice, dem Schrecken ein Ende zu setzen...
Solide dritte Fortsetzung des Craven-Klassikers von 1984. Dennoch können die kreativen Traummord-Szenen nicht darüber hinwegtäuschen, daß der norwegische Regisseur Harlin dem "Nightmare"-Stoff keinerlei neues Leben mehr einhauchen konnte. Er reiht einen Traum an den nächsten, aus dem die Beteiligten größtenteils nicht mehr lebend erwachen - und schon ist die Handlung komplett. Hier herrscht eine sichtbare und erhebliche Einfallsarmut vor, die letztlich ein großer Minuspunkt bleibt und auch durch noch so interessante Ideen innerhalb der Träume nicht kompensiert werden können. Nein, die Morde sind wahrlich nicht zu eintönig ausgefallen, aber das reicht nicht für einen wirklich guten Horrorfilm aus.
In der Tat ist eine Wandlung in der Figur Freddy Krueger zu erkennen: Er ist längst nicht mehr die Schauergestalt, die nur Angst und Schrecken verbreitet, sondern eine Art Clown geworden, der mit seinen lockeren und größtenteils auch durchaus witzigen Sprüchen das "Nightmare"-Thema erweitert - aus Horrorschocker wird Horrorkomödie. Somit geht mit der neuen Figur Freddy Krueger leider auch der von Craven ursprünglich angedachte Inbegriff des Schreckens und der Angst abhanden. Im Original überzeugt die bedrohliche und grauenerregende Atmosphäre, in Teil 4 rückt sie augenscheinlich in den Hintergrund zugunsten einer ungleich höheren Anzahl von Greueltaten und von Effekten. Die Verantwortlichen für die mannigfaltigen Spezialeffekte können sich nach Herzenslust austoben, was im ersten Teil in der Vielzahl noch nicht der Fall war.
Durch die beinahe comichafte Inszenierung geht leider auch die Spannung verloren. So ist das Ende vorhersehbar und nicht wirklich überraschend. Dafür entschädigt das Sterben des Unholds Krueger, wenn die Seelen seiner Opfer aus seinem Körper schlüpfen. Ein schön anzusehender Effekt!
Immerhin ist "Nightmare on Elm Street 4" durchgehend unterhaltsam und schlägt den zweiten Teil somit in der Hinsicht ganz deutlich. Es gibt keine Längen, und ich fühlte mich wirklich gut unterhalten, auch wenn der Film als Resultat nur ein Abklatsch vom ersten Teil bleibt.
Fazit: Schöner, unterhaltsamer Horrorfilm mit komödiantischen Elementen, der allerdings die Qualität von Cravens Original in keinster Weise erreicht. Leider fehlt dessen Atmosphäre und Spannung, und leider mangelt es an neuen Ideen. Die Handlung ist wirklich "unter aller Sau". Ein Zeichen dafür, daß Freddy eine Pause dringend nötig hatte - doch er bekam sie nicht.