Das interessanteste Detail an "Nightmare 4" ist auch schon die Nennung des Regisseurs. Renny Harlin erlebte später alle Auf und Abs eines engagierten Actionregisseurs und liefert hier einen routinierten Serienbeitrag ab.
Das Ergebnis ist zwar unterhaltsam, doch zum ersten Mal leidet die Formel, nach der alle Nightmare-Filme gestrickt sind, deutlich unter Abnützungserscheinungen.
Auch diesmal hat man sich um eine Erweiterung des Traumkosmos bemüht, doch das fällt erzählerisch nur marginal aus. Nach den Traumkämpfern von Teil 3 folgt nun der Traummeister (oder die, wenn man gut und böse betrachtet). Über derlei mystische Anlagen wird hier aber nur nebenbei kurz diskutiert, ansonsten muß die übliche Parade unwilliger Teenager in möglichst phantasievollen Alpträumen dran glauben.
Dabei begeht der Film den Fehler, alle Überlebenden des dritten Teils auf die Schnelle zu killen, um dann Platz für den nächsten Streiter des Guten zu haben, der Freddy wieder mal für eine Weile abwehren kann.
Leider gerät das hier nur unzureichend erzählerisch unterstützt, als die neue Heldin Alice hier kaum bemerkbar sämtliche Charakterzüge ihrer getöteten Freunde und Mitschüler übernimmt, um dann mit dieser Kraftvolldröhnung zum letzten Gefecht anzutreten. Überdies ist der Showdown kaum erklärt, so daß man mehr oder weniger raten muß, wie Alice Freddy denn nun eigentlich bezwungen hat.
Aber es geht auch mehr um die phantasievollen Traumsequenzen, in denen Freddy ein ums andere Mal die Kinderchen abmetzelt und sich einverleibt. Wahre Härte ist hier einem comichaft-übertriebenen, wenn auch rabenschwarzen, Stil gewichen und so können Blutfans hier nicht auf ein echtes Fest hoffen.
Der Film rollt ab wie vom Reißbrett und genau dort dürfte er auch geschrieben worden sein. Harlin kann dem Geschehen jedenfalls keine neuen Impulse verleihen, wie es der dritte Teil aufs Hervorragenste tat. Für den Rest der Reihe sollte von hier an ebenfalls Routine herrschen, abgesehen von ein paar atmosphärischen Schmankerln in Teil 6 und dem Doppelbodenversuch im letzten Film.
Dieser hier ist gut zu konsumieren, aber die üblichen "Mist, ist ja schon wieder einer von unserer Clique tot"-Gespräche laden hier bereits zum Vorspulen ein. (6/10)