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„Dream Warriors“ wäre eigentlich ein passender Abschluss gewesen, aber da man Freddy nicht ruhen und das Geld nicht liegenlassen wollte, drehte man in kurzem Abstand eine weitere Fortsetzung, mit der Regisseur Renny Harlin seinen Durchbruch feierte. Erfolgreich war auch dieser Teil, also kann man es den Produzenten nicht verdenken. Einen wirklich gelungenen Eintrag in die Reihe hat man hier aber eher nicht bekommen.

Denn mitnichten ward der Killer mit dem Klingenhandschuh vernichtet. Da muss nur im Traum ein Hund Feuer pissen und schon ist Freddy wieder hinter seinen potentiellen Opfern her. Diese findet er zuerst in den Überbleibseln aus dem Vorgänger, wobei Kristen nicht mehr von Patricia Arquette, sondern von Tuesday Knight verkörpert wird. Nach deren Beseitigung kümmert sich der Schurke umgehend um deren befreundete Clique und macht das, was er am besten kann.

Und schon zu Anfang wird man per 80er Pop in den Film geführt, überhaupt bringt man gefühlt das ganze Soundtrack-Album hier unter, was eine der Absichten unterstreicht. Es ist ein Produkt, das sich selbst bewirbt. Spätestens hier bemerkt man das auch an der Hauptfigur, denn diese ist kein Teenie, sondern Freddy selbst. Immer mal wieder einen (nicht immer pointiert geschriebenen) Spruch raushauend dezimiert er hier die Gruppe rund um Alice (Lisa Wilcox). Abseits dieser ist das im Gesamten ein merklicher Rückschritt zum Vorgänger, bleiben die Beteiligten doch recht blass.
Dabei wird jede Figur mit irgendeiner Eigenschaft eingeführt, die dann später mehr oder minder beim Ableben thematisiert wird. Das war zwar im Vorgänger auch schon so, hier wirkt es aber eher nach dem Abhaken einer Liste, pflichtschuldig abgearbeitet. Die Kills sind dabei recht unblutig geraten, so richtige Slasherfreude will nicht aufkommen, auch wenn Robert Englund durchaus Charisma versprüht, wenn er durch die Kulissen läuft. Die praktischen Effekte können sich allerdings sehen lassen (Ellenbogen, Finale mit Freddy), aber überwiegend sind die Abgänge unspektakulärer als im Vorgänger.

Die jungen Leute schlafen aber auch überall ein. Im Unterricht, auf dem Klo, selbst beim Training. Doch war das Einschlafen beispielsweise im Erstling noch etwas, wogegen man angekämpft hat und ein filmisch eingesetztes Spannungsmittel, so passiert es hier ohne Wahrnehmung. Vielleicht mag man im vierten Teil einer Reihe auf bekannte Mechanismen nicht mehr so viel Zeit verwenden, aber die Übergänge wirken hier beliebig und ohne Effekt. Da springt man durch einen Spiegel und dann weiß man Bescheid. Das klassische Reglement scheint da nicht zu interessieren und alles dient hier nur dem Einleiten des nächsten Kills. Wenn diese denn wenigstens so begeistern würden.

Nicht nur das mindert das Vergnügen. Dass die Erwachsenen mal wieder überwiegend nutzlos sind – geschenkt. Warum aber Fenster explodieren, man weiß es nicht. Oder warum so vieles hier am helllichten Tag stattfinden muss, was einiges an Atmosphäre kostet. Es sind so manche Entscheidungen und deren Ausführung, die „Dream Master“ nicht zum gelungensten Teil der Reihe machen. Die Einbettung von Coming of Age-Elementen (Alice) ist okay, wenn man sie auch nicht zu Ende denkt. Manche Idee, wie die Zeitschleife, passt ja auch und immerhin ist die Chose merklich um Kurzweil bemüht. Doch leidet Teil vier trotz manch guten FX an recht lahmen Kills und seiner Konstruktion, die ihn recht formelhaft gestaltet. Insgesamt unterwältigend.

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