Im Wald lauert das Verderben: Immer wieder verschwinden in einem Waldgebiet in der Nähe von Los Angeles Wanderer spurlos - das berichtet ein Ranger reichlich unbedenklich zwei weiteren Wanderern, die in die Wälder ziehen wollen, um ihren vorausgeeilten Freundinnen zu folgen und zu sehen, wer besser für das Überleben in der Natur gerüstet ist. Niemand, wie sich herausstellt - denn mit einem Messer schwingenden Einsiedler, der Fleisch für den Winter braucht, hat keiner von ihnen gerechnet.
„Terror in the Forest" (Originaltitel: „The Forest", was wesentlich näher an der Beliebigkeit und unspektakulären Umsetzung des Films dran ist) ist einer der unzähligen Slasher-Schnellschüsse der frühen 80er, der so ziemlich alles nachäfft, was „Freitag, der 13." und co. vorgegeben haben: eine Handvoll naiver Leute, die aus austauschbaren Gründen durch die Wildnis laufen; Subjektiven aus Sicht des Mörders; mehr oder minder blutige Mordsequenzen; und eine Story, in der es nur um das Töten geht und alles andere belangloses Beiwerk bleibt.
So geraten auch hier die Dialoge zu einfallslosen Lachnummern, die von chargierenden Darstellenden hölzern aufgesagt werden. Schon die lachhafte Einleitungsszene, in der ein Pärchen im Wald unterwegs ist und vom Killer überfallen wird, wirkt eher unfreiwillig komisch durch das absolut unglaubwürdige Verhalten der Figuren und geradezu lächerlich unrealistische Details - da hält der Killer der Frau vor einem Baum das Messer vors Gesicht und greift gleichzeitig von der anderen Seite des ausgewachsenen Baums nach ihren Haaren!
Derart absurd geht es weiter, zeigt papierdünne und in ihrem Verhalten klischeehafte, oberflächliche und absolut unglaubwürdige Figuren, folgt ihnen mit viel zu langen und ereignislosen Kameraeinstellungen auf ihrem Weg von Los Angeles in die Wildnis und zeigt sie schließlich bei ihren langweiligen Campingversuchen. Und dann wird es wirklich grotesk: Der an sich geradlinigen Backwood-Killer-Story wird nämlich das Erscheinen der ermordeten Geisterfamilie des Killers hinzugefügt. Seine beiden Kinder versuchen die angehenden Opfer zu warnen (nachdem sie ihm selbst erzählt haben, dass überhaupt Leute in der Nähe unterwegs sind), die Mutter sucht ständig nur nach ihren Kindern, und der noch lebende Vater hat es sich in einer Höhle, nun ja, irgendwie gemütlich eingerichtet - wenn man ein Lagerfeuer, einen Kerzenhalter und einen Schaukelstuhl in einer Höhle als Heim ansehen will. So absurd und idiotisch fallen selbst in den billigsten Slasher-Filmen nur selten Setdesign und Charaktere aus (was auch den wenig gruseligen Killer mit Baseballcap und ziemlich sauberen Klamotten betrifft). Und die melodramatischen Auftritte der Geister mit verzerrt-hallenden Stimmen und steifen Kinderdarstellenden geraten so abgrundtief schlecht und peinlich, dass es dem Film schon wieder einen gewissen schrägen Trash-Charme verleiht. Wenn das alles nicht so dermaßen langweilig umgesetzt wäre, hätte man es wirklich einmal sehen müssen, um es zu glauben.
Allerdings bleibt „The Forest" von diesen seltsamen Auswüchsen abgesehen eben ein absolut lahmer und ereignisarmer Billigstreifen. Die wenigen Gewaltszenen sind mies getrickst und billig geschnitten, die ebenso seltenen Kampfszenen unfassbar dilettantisch inszeniert, das Verhalten der Figuren dümmlich bis nervig (der Macho, der sich das Bein bricht, sich hinsetzt und zu weinen anfängt!) und die Dramaturgie holprig und ungelenk. Spannung kommt zu keinem Zeitpunkt auf, hin und wieder gibt es mal ein bisschen Atmosphäre im nächtlichen Wald, und das Finale punktet immerhin mit einem interessanten Schnitt-Stakkato. So richtig überzeugen kann an diesem Schundprodukt aber nicht wirklich etwas, und selbst wer auf schräge Trash-Ideen steht, wird angesichts der langweiligen Umsetzung wohl eher enttäuscht werden. So geht „The Forest" unter im weiten Meer der billigen 80er-Jahre-Slasher-Movies.