Die Crew eines Transport-Schiffes entdeckt während einer Fahrt den führerlos auf dem Ozean umhertreibenden Frachter "Hades". Kapitän Ramsey schickt seine Männer auf das Geisterschiff, die dort nach dem Rechten sehen und die Ladung checken sollen. In einer Kiste entdecken die Offizierin Bergren und der zweite Maat Johnson einige aztekische Gold-Statuen, die offenbar von der spurlos verschwundenen Besatzung der "Hades" geborgen wurden. Wie erwartet ist die Fracht nicht ganz koscher: Als der raffgierige Delgardo sich nämlich später heimlich über den Schatz hermachen will, zieht er sich den Fluch des Schlangen-Gottes Quetzalcoatl zu und mutiert flugs zum Riesen-Reptil, das Jagd auf Bergren und die anderen macht... Inmitten der 90er-Remake-Flut seiner älteren Streifen hat Roger Corman dem Videotheken-Kunden zwischen den Neuauflagen von "Piranhas", "Humanoids from the Deep", "Not of This Earth" und "The Wasp Woman" auch "The Haunted Sea" untergejubelt, der vom Titel her wohl an seinen 1961er-Heuler "Creature from the Haunted Sea" gemahnen sollte, mit diesem inhaltlich aber nicht wirklich etwas zu tun hat. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen weiteren Schnellschuss aus der Corman-Factory, der wie so oft zuvor schon mal wieder billiges Monster-Movie-Terrain beackert. In den Credits wird zwar ein gewisser Daniel Patrick als Regisseur gelistet, dem Vernehmen nach hat aber Nixkönner Dan Golden, der für den guten Roger zuvor schon Krempel wie "Naked Obsession" und "Requiem der Ratten" zusammengetsümpert hat, hier bereits früh das Ruder übernommen... doch wer auch immer nun am Set das Sagen hatte, hat lediglich eine Inszenierung auf Amateur-Niveau zustande gebracht, die mehr von den pathetischen Fingerübungen der F/X-Crew lebt als sonstwas. Das bedröppelt dreinblickende Gummi-Ungeheuer (bestimmt ein umgemodeltes Raptoren-Kostüm, das von irgendeinem "Carnosaurus"-Dreh übriggeblieben ist) erheitert nämlich mit jedem Auftritt, knurrt und grompfzzt sich auf der Tonspur was zusammen und garantiert quasi schon im Alleingang einen kolossalen Trash-Wert. Dank des attraktiven Damen-Doppels bestehend aus TV-"Emmanuelle" Krista Allen (sorgt mit ihren locker über die Laufzeit verteilten Nackt-Szenen wieder mal für die größten Schauwerte) und Joanna Pacula (die hier schonmal für den ähnlich gelagerten Terror-auf-hoher-See-Streifen "Virus" üben konnte) sowie den Schauspiel-Veteranen James Brolin und Don Stroud in Nebenrollen (beide eher so semi-motiviert bei der Sache, aber immerhin!) tuckert "The Haunted Sea" einigermaßen sicher auf dem B-Movie-Ozean umher, ohne dabei abzusaufen und in niederen Kackfilm-Regionen auf Grund zu gehen, wo's mal so richtig zappenduster ist. Um den harten Fan derartiger Ware 'nen halben Abend lang bei Dosenbier und Tiefkühlpizza bei der Stange zu halten, ist die Chose also gerade mal so gut genug, alle anderen warten vielleicht lieber mit einer Sichtung, bis Kalkofe und Rütten sich das Ding mal für "SchleFaZ" zur Brust nehmen...
5/10