Review

„Adios Gringo“ ist ein durchschnittlicher Vertreter des früh Italo-Westerns:

Der ehemalige Viehtreiber Brent Landers (Giuliano Gemma) möchte sesshaft werden, und hat sich deshalb etwas Land gekauft. Unterwegs trifft er auf seinen alten Bekannten Gil Clawson (Nello Pazzafini). Dieser verkauft Brent eine Rinderherde. In der nächsten Stadt stellt sich heraus, dass diese Rinder geklaut und die Papier gefälscht worden sind. Aus Notwehr erschießt er den ehemaligen Besitzer. Dessen Frau setzt ein Kopfgeld für Brent aus. Dieser verlässt die Stadt, um seine Unschuld zu beweisen. Auf seinem Weg findet er eine Frau, Lucy (Ida Galli), die missbraucht und zurückgelassen wurde. Es stellt sich heraus, dass Gils Bande dafür zuständig ist, nachdem sie zuvor eine Postkutsche ausgeraubt haben. Brent bringt sie in die nächste Stadt, wo sie vom Arzt gesund gepflegt wird. Währenddessen findet Brent heraus, dass Gils Bande in der Stadt ist. Dummerweise gehört zu der Bande Avery Ranchester, der Sohn des einflussreichsten Bürgers der Stadt. Das macht die Sache für Brent auch nicht Leichter...

Die Story bietet im Grunde viel Potenzial eine richtig gute Verzwickungsgeschichte zu werden. Es gibt auch einige Ansätze, doch diese wurden leider nicht richtig zu Ende gedacht, sodass man den Film leicht durchschaut. Man kann sagen, dass er eigentlich nur nach Schema F verläuft und so keine großen Überraschungen mit sich bringt. Des Weiteren fehlt es dem Film an Spannung, er dümpelt eigentlich mehr vor sich hin, da können auch die teilweise recht gelungen actionlastigeren Passagen nichts dran ändern. Es wäre sinnvoller gewesen, den Film etwas zu straffen, sodass er mehr Fahrt aufnehmen könnte. Und zum Ende kann ich nur sagen, Hollywood hätte es nicht besser machen können. Man merkt sowieso während des ganzen Filmes, das sich der Film von seinen Dekorationen, Kleidungen etc. doch sehr an den amerikanischen Western orientiert hat.

Giuliano Gemma ist eigentlich genau der richtige für die Rolle des Brent Landers. Er passt richtig gut in die Rolle des guten Westernhelden, der zu unrecht gejagt wird und dem die Frauen zu Füßen liegen. An seiner Darbietung kann man nicht mäkeln, auch wenn man ihn schon mal besser gesehen hat.
Nello Pazzafini als Gil kann auch einigermaßen Überzeugen. Einzig sein dauerndes Gelächter kann einen schon Nerven.
Ida Galli hingegen nehme ich die Rolle der vergewaltigten Lucy nicht ab. Dafür spielt sie einfach zu emotionslos. Auch wenn sie hier und da mal einige Ansätze bietet, verhält sie sich nun nicht wie eine vergewaltigte Frau.
Ihre Synchronstimme ist auch eine Qual, besonders wenn sie „Brent“ sagt hört sich das eher wie „brennt“ an.
Die weiteren Schauspieler spielen alle mäßig bis durchschnittlich.

Die Musik gefällt mir auch nicht so recht. Einige Stücke klingen zwar recht ordentlich und untermalen die Szenen gut, andere hingegen passen nicht wirklich zu den Szenen. Negativ fällt auch das Lied am Anfang auf. Der deutsche Verleih kam auf die geniale Idee dieses Lied auf Deutsch singen zu lassen. Nur leider ist der Text für die Tonne und das Lied passt gar nicht.

Die Kamera hingegen ist nicht schlecht, ist jedoch noch ausbaufähig. So gibt es einige Kamerafahrten und auch einige Landschaftseinstellungen. Doch diese sind zu spärlich gesät und so bleibt bei normaler Arbeit

Der große Negativpunkt liegt bei „Adios Gringo“ eindeutig an der zähen Story, die nur sehr langsam fortschreitet. Interessant könnte der Film für Fans des klassischen amerikanischen Westerns sein. „Normalgucker“ würden wohl weiterzappen.

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