Nick hat einen neuen Job: Kloputzen in der Klapse. Doch leider, wie bei all seinen anderen Jobs, vermasselt er auch diesen. Ein Patient trinkt statt Mineralwasser die Domestos-Flasche leer, was der Ärztin nicht sonderlich gut gefällt - Nick fliegt raus.
Soweit bleibt "Barfuss" noch nachvollziehbar - aber ab da kommt Leila ins Spiel. Und das Zusammenspiel der beiden Protagonisten ist nun wirklich von vorne bis hinten an den Haaren herbeigezogen und wirkt stellenweise fast lächerlich. Beim Verlassen der Klinik rettet er dieser Leila das Leben, für sie der vermeintliche Grund von nun an immer und ewig mit ihrem Lebensretter zusammen sein zu wollen. Leila (ver)folgt Nick nun auf Schritt und Tritt.
Schade, daß das Skript in sich wenig plausibel ist - die Story ist abwegig und die einzelnen Szenen gestellt. Leila's Suizidversuch bleibt ungeachtet, aus der Psychiatrie kann sie problemlos verschwinden, Rabauke Nick wird dank Leila vom Macho zum Softie, ein Auto ist ruckzuck geklaut, Hehler rennen wie Hühner auf dem Bauernhof umher (und heissen manchmal auch noch so), natürlich fährt man im Schlafwagen schwarz und das Bettchen im Kornfeld darf ebensowenig fehlen.
"Barfuss" bietet wenig Spannung, seichte Unterhaltung und keine nennenswerte Aussage. Das Staraufgebot wirkt dabei fast verheizt, vermutlich wirkten viele nur Til Schweiger zuliebe mit. Echte Lichtblicke sind ein zum ersten Mal sympathisch wirkender Axel Stein, in viel zu kurzen Rollen auftretende Mark Keller, Armin Rohde und Michael Gwisdek.
Mal wieder konzentriert sich alles auf Til-ich-nuschel-permanent-Schweiger und Johanna-wer-bist-du-denn-Wokalek. Die beiden agieren streng nach Rolle, mit wenig Herz und scheinen fast unpassend besetzt - stellt sich die Frage, wieso ein Til Schweiger sich selbst als Hauptrolle wählt... Man wird nicht warm mit den Charakteren, die Handlung bleibt steril und gekünstelt, die Dialoge zu stark ausgearbeitet und damit lebensfremd.
Die ewig eintönig blasse Filmmusik trägt ihr übriges dazu bei, ebenso wie die permanente Weichzeichnung mit antikem Farbanstrich. Dieser Film überzeugt leider gar nicht - trotz vielversprechender Schauspielerriege.
(3/10)