Til Schweiger spielt einen geborenen Versager, der einen Job nach dem anderen verliert und schließlich eine Stelle in einer Psychiatrie annehmen muss. Dort verhindert er den Selbstmordversuch einer Insassin, die ihm von nun an überall hin folgt und sogar seinetwegen aus der Psychiatrie ausbricht.
Deutschland ist im Allgemeinen für niveaulose und stereotype Komödien bekannt, die mehr oder weniger im Wochentakt in den Kinos erscheinen. Mit Barfuss erscheint nun ausnahmsweise mal keine dämliche Slapstick-Komödie, sondern eine Tragi-Komödie mit einer guten Grundidee, die sicherlich viel Potential gehabt hätte, das aber leider nicht ausgeschöpft wird. Die Idee ist erst einmal recht innovativ und wurde bisher kaum in anderen Komödien aufgewärmt, aber die Story die um diese gute Idee gestrickt wurde, macht leider alles wieder zunichte. Die Love-Story um Schweiger und die entflohene Kranke ist erst einmal überaus vorhersehbar und entspricht vor allem zum Ende hin dem gängigen Muster, womit der Film leider an einer ziemlich hohen Vorhersehbarkeit krankt. Zudem liefert der Film kaum echte Emotionen, da die Story übertriebene und künstliche Dramatik aufbauen will. Die Charakterkonstruktion hätte gerade bei diesem Thema viel Raum für viele gute Ideen geboten, die leider auch ausbleiben, da man auch hier auf die altbekannten Klischees diverser Liebens-Komödien zurückgreift. Zu allem Überfluss tritt die Story des Öfteren auf der Stelle. Das Potential der guten Grundidee wurde im Prinzip überhaupt nicht ausgeschöpft.
Wenn die Story schon nicht sonderlich gut ist, auch wenn sie sicherlich immer noch weit vor der Mehrheit deutscher Komödien liegt, greift Regisseur Til Schweiger auf die altbekannten Mittel des Genres zurück, nämlich auf die üblichen flachen und vorhersehbaren Gags. Die Regie des bekannten deutschen Darstellers lässt sehr zu wünschen übrig, er lässt den Film über weite Strecken auf der Stelle treten und spult seine substanzlose Story viel zu langsam ab, um gut unterhalten zu können. Zudem sind die Gags so spärlich dosiert, dass man eigentlich kaum noch von einer Komödie sprechen kann. Die Musik ist ebenfalls nicht sonderlich gut gewählt, sodass der Film nicht einmal das Wohlgefühl erzeugen kann, dass man sich von Filmen des Genres verspricht. Spannung baut Schwieger aufgrund des langsamen Tempos und der hohen Vorhersehbarkeit überhaupt nicht auf und durch die überaus künstlich wirkenden Emotionen bleibt auch die Dramatik teilweise auf der Strecke. Durch den einen oder anderen guten Gag ist der Film bis auf einige Längen einigermaßen unterhaltsam. Schweiger hätte entweder einr kurzweilige und unterhaltsame Komödie machen sollen, oder es besser ganz gelassen, aber so produziert er gerade einmal unteres Mittelmaß.
Als Regisseur ist Schweiger ein Totalausfall, aber, dass dies nicht auf mangelnde Motivation oder Ähnliches zurückzuführen ist, sieht man seiner bemühten und guten Leistung als Hauptdarsteller an. Schweiger liefert eine überaus emotionale Vorstellung ab und zeigt, dass er seit "Manta, Manta" und "Bang Boom Bang" einiges dazu gelernt hat. Gerade Rollen von Kranken und Psychopathen bieten den entsprechenden Darstellern die Chance besonders zu glänzen, man denke nur an Jack Nicholson oder Christopher Walken in ihren Paraderollen und Johanna Wokalek kann sich definitiv empfehlen und zeigt, nachdem sie bereits an einigen Theaterstücken mitarbeitete, dass sie auch als Filmschauspielerin durchaus Talent hat. Sie ist sichtlich bemüht und liefert eine überaus starke und emotionale Darstellung ab. Der übrige Cast ist ebenfalls gut, umso ärgerlicher, dass Schweiger bei seiner Regie auch dieses Potential nicht ausschöpft.
Fazit:
Zunächst einmal ist "Barfuss" ein ambitionierter Versuch, eine einigermaßen vielschichtige Tragi-Komödie in das überaus einseitige und stereotype deutsche Comedy-Genre zu bringen. Doch eine gute Grundidee und bemühte Darsteller allein können den Film nicht tragen, zumal Schweigers Regie sehr zu wünschen übrig lässt. Der Film liefert kaum echte Gefühle und kann weder Spannung noch Dramatik aufbauen und ist damit nur mäßig unterhaltsam und zu allem Überfluss ist auch die Story bis auf die gute Grundidee ist klischeehaft und stereotyp, schade.
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