Eine Bande von Anti-Hippies zollt dem Gehörnten mit schwarzen Messen und einem soziopathischen, misanthropischem Lebensentwurf Tribut. Nicht Liebe und Frieden, sondern Hass und Gewalt stehen hier auf dem Speiseplan… und leider auch mit Tollwut infizierte Fleischpasteten, nach deren Verzehr unsere ungewaschenen Strolche selbige aus den Einwohnern des ihnen auf ihrer Terrortour unfreiwillig Obdach bietenden Dorfes machen wollen.
Vermutlich inspiriert durch die Umtriebe der Manson-Sekte, zeichnet dieser dreckige, frühsiebziger US-Horrorbeitrag von Regisseur David E. Durston ein ultraklischeehaftes Bild von „Hippies going mad“, wobei ich mir nicht sicher bin, ob man damit vorhandene Ängste und Vorurteile der Gesellschaft karikieren und dadurch ad absurdum führen oder schlichtweg weiter füttern wollte, um Stoff für den Film mit der seltsamen Werbezeile „Noch nie hat ein Film so genervt, gelähmt, geschockt“ zu bekommen. Das „genervt“ bezieht sich vermutlich auf den tatsächlich an den Nerven zerrenden Soundtrack, den ich hier schlecht beschreiben kann, der seine Wirkung aber nicht verfehlt und dem Werk einen eigenartigen Touch verleiht. „Gelähmt“ war aller Wahrscheinlichkeit nach der Drehbuchautor, denn die Geschichte lässt sich in einem Satz abhandeln und setzt statt auf Überraschungen, Intelligenz oder Tiefgang auf Mord, Totschlag und Splattereffekte. „Geschockt“ hat mich die Tatsache, dass hier, schon gleich in der Eröffnungssequenz, lebende Tiere dran glauben mussten, um als Statisten für „Die Tollwütigen“ verewigt zu werden. In jedem Falle verfügt „Die Tollwütigen“ über einen verdammt schmutzigen, trashigen Charme, wenn die hohlen Hippiefrüchtchen mit Schaum vorm Mund und weit aufgerissenen Augen Amok laufen, aber ausgerechnet vor Wasserspritzern Angst bekommen. Bemerkenswert finde ich auch, dass sich die hinterwäldlerischen Dorfbewohner auch nicht so viel anders verhalten und beispielsweise bei der sich bietenden Chance von Rudelsex mit einer Hippetorte bereits von der Tollwut infiziert scheinen, noch bevor sie sich überhaupt angesteckt haben... Insofern kann man dem Film mit etwas Wohlwollen dann doch eine Art Aussage oder Subtext attestieren. Im Endeffekt ist „Die Tollwütigen“ aber vor allem billig, selbstzweckhaft, brutal, sleazig, amüsant, unterhaltsam und... irgendwie surreal.