Professor Moriarty weiß, was er für ein neues und profitables Produkt in seinen Händen hält. Fünfmal stärker als Morphium...es wird die Leute süchtig machen: HEROIN! Moriarty will den ganzen Markt damit beherrschen. Um ungestört an seinem teuflischen Plan zu arbeiten, inszeniert er seinen eigenen Tod. In London treibt ein brutaler Serienkiller sein Unwesen. Sherlock Holmes und Dr. Watson heften sich an seine Fersen, und finden schnell heraus, dass die rätselhaften Morde von einem Toten begangen werden.
Ich hab ja ehrlich gesagt meine Schwierigkeiten mit den modernen Holmes Filme, wenn der der Detektiv seit neuestem sogar ein Handy benutzt, aber was hier in Sherlock getrieben wird ist fast schon eher Legendenschändung als eine Neuinterpretation. Hier werden quasi Holmes investigative Flegeljahre dokumentiert, er selbst lernt hier beispielsweise Dr. Watson und Inspector Lestrade überhaupt erstmal kennen und auch die markanten Erkennungsmerkmale, wie seine Pfeife und die bekannte Deerstalker Mütze, werden erst zum Schluß eingeführt.
Man weiß ja das Sir Arthur Conan Doyle seine berühmteste Figur bewußt eckig angelegt hat, aber Holmes hier als zigarettenqualmenden kettenrauchenden Gangbanger präsentieren, der sich Gin und Absinth einwirft wann immer es nur geht, ist jetzt dann doch des Guten zuviel. Dazu kommt noch das James D´Arcy jetzt nicht unbedingt eine Charismabombe ist, sondern eher blaß bleibt. Lediglich den Heroinkonsum kann man ihm verzeihen, da er vom Erzfeind Moriarty während einer Gefangenschaft verabreicht wird.
Um genau jenes geht es aber bei der großen Hatz. Frisch erfunden, fünf mal so stark wie das sonst gängige Morphium, plant Moriarty den neuen Berufszweig des Drogenbarons einzuschlagen. Allerdings schwächelt auch hier die Story. Holmes ist beliebt für seine brillante Kombinationsgabe und kriminologischen Scharfsinn, welcher hier nur sehr spärlich zum Einsatz kommt. Wirklich logische Schlußfolgerungen sind hier absolute Minderheit, also wenn das der neue Holmes sein soll, werf ich lieber nochmal eine Best of Basil Rathbone DVD in den Player. Auch das Bruder Mycroft als gebrechlicher Stichwortgeber dargestellt wird und Volldepp Moriarty mindestens ein halbes Dutzend Gelegenheiten hat seinen Widersacher mühelos um die Ecke zu bringen, sind nicht gerade Pluspunkte. Von all den vielen Verfilmungen ist diese hier zum in der Pfeife rauchen.
4/10