Review

Mit Teeniefilmen soll man ja allgemein etwas Nachsicht üben, aber bei "Bring it on" aka "Girls United" ist wirklich Hopfen und Malz verloren, was irgendwie schade ist, denn Kirsten Dunst und Eliza Dushku sind eigentlich begabte junge Damen und sehen auch noch knusprig aus.
Da hilft auch die sonst mit Charme verbrämte simple Storyline wenig, hier funktioniert nichts.

Also: Kirsten Dunst tritt die Nachfolge als Leiterin der Chearleadergruppe ihrer High School an, die die letzten fünf Jährchen bei der Landesmeisterschaft alle Titel abgeräumt hat. Sie haben eine ganz dolle Choreographie und in Eliza ein hoffnungsvolles Zusatztalent, bis sie feststellen müssen, dass ihre Ex-Chefin die Tanzschritte immer flott bei der natürlich viel bissigeren und rassigeren Gruppe einer farbigen unterprivilegierten Schule abgeguckt hat. Holla, die Waldfee, da muss was anderes her. Ein Choreograph bringt ihnen zwar was Neues bei, tut das aber noch mit anderen Gruppen und so fallen alle auf die Schnauze. Aber am Ende bringt wahres Talent natürlich alles ins Lot.

Klischees wie Vorschlaghämmer können wir nach Hunderten von US-Filmen ja inzwischen problemlos ertragen, wenn sie aber die Wirkung und Durchschlagskraft von Neutronenbomben haben und offensichtlich keine reine Parodie sein sollen, wird selbst der Gutwilligste ärgerlich.
Was hier abläuft, ist schlicht unglaublich. Die ganze Schule kommt nur für die Chearleader zum Spiel, weil das Team die letzten Luschen sind. Die Tanzmäuse (und oha, Tanzmäuseriche) sind natürlich alle schlank und knackig durchtrainiert, was ja an US-High Schools gang und gebe ist (Nicht, dass dieser Job sonst eher strammen Damen zugeteilt wird...). Dort haben wir einen enthusiastischen Strahlemax und eine sperrige Neue, der Rest sieht gut aus oder besteht aus Hohlzicken, wie sie in "Buffy" immer schön durch den Kakao gezogen wurden.
Die Konkurrenzgruppe (unterprivilegierte Schule = nur Neger, aber volle HipHop-Dröhnung) führt sich dagegen auf wie in Clueless oder wie man sich im weißen Amerika ein schwarzes Klischee-Kid nun mal so vorstellt, komplett mit rollenden Augen, abwehrenden Handbewegungen und abwehrender Haltung. Hoho, Black Power...

Der Erste, der hier was Vernünftiges sagt, ist der Choreograph, der alle miteinander gepflegt beleidigt, aber das ist ja nur eine Episode. Und weil weiße, erfolgreiche Kids ja der Schule Ruhm und Ehre bringen, darf man Tag und Nacht trainieren, ohne von so etwas Seltsamen wie Unterricht abgelenkt zu werden.
Die finale Meisterschaft läuft dann, welcher Vorschüler hat es noch nicht geahnt, auf ein Duell zweier bestimmter Gruppen hinaus (im Hintergrund bei den realen Gruppen sind dann auch die dickeren Teenager zu sehen), die sich im Finale gegenseitig matt setzen.
Die Chefs erweisen sich in einer lächerlichen Szene so etwas wie Respektersatz und dann kommt die große Jury-Wertung...muss ich noch erwähnen, dass wir uns in einem politisch-korrekten Hollywoodstreifen befinden...nein...dann wissen ja schon alle, wer gewinnt.

Angereichert ist das mit ein paar üblichen Teeniethemen wie einem Love Interest für Kirsten Dunst, die unbeholfen und sperrig abgewickelt wird und zu dem unrealistisch überdrehten Rest nicht passen will.
Es darf sich zu diesem Retorten-Teenie-Dreck also vor Schmerzen herzhaft gewunden werden. Und weil die Amis alle Masochisten sind, haben sie den Scheiß drei Wochen lang auf der Nr.1 der Box-Office-Charts überwintern lassen. Dagegen ist ja "Varsity Blues originell. Bloß weg, falls jemand mit dieser Zelluloidleiche auftaucht. (2/10)

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