Ich bin mir, ehrlich gesagt, wirklich nicht sicher, was man von diesem Film halten soll.
Einerseits ist das Grundkonstrukt "Hypothetische NS-Besatzung in all ihren schillernden Farben" natürlich absolut nichts Neues. Und so erinnert dieser Film auch frappierend an solch dystopische Szenarien wie z.B. Orwells "1984".
Interessanterweise ist dieser Film jedoch von einer beeindruckenden Ambiguität, was das Verhalten der Briten unter der deutschen Besatzung angeht. Die einen bilden Partisanentrüppchen, die anderen kollaborieren in großem Maßstab und treten der "Immediate Action"-Organisation bei, die eine Art britische Arbeitsfront darstellt.
Die Protagonistin, Pauline, ist selbst hin- und hergerissen zwischen dem Drang, an der Befreiung ihrer Heimat mitzuwirken, und dem Bedürfnis nach Ordnung und Stabilität. Nachdem einige ihrer Nachbarn und deren Kinder bei einem nächtlichen Gefecht zwischen Widerständlern und Wehrmacht umkommen, entscheidet sie sich, dem Frieden ihre Seele zu opfern und der IA beizutreten. Dort wird sie militärisch gedrillt, ausgiebig indoktriniert (was zu einer breiten, philosophischen Frage-Antwort-Einlage über die ideologische Basis des Nationalsozialismus führt, die zeitweise den Charakter eines sokratischen Dialogs annimmt) und schließlich als Krankenschwester eingesetzt.
Als sie jedoch versucht, einen befreundeten Arzt zu schützen, der mit dem Widerstand zusammenarbeitet, wird sie in die Provinz zwangsversetzt, wo sie an einem Euthanasieprojekt mitarbeiten muss.
Schließlich wird sie von Partisanen gefangengenommen und betreut von nun an ihre Verwundeten, während der Kampf gegen die deutschen Besatzer und ihre britischen Handlanger an Härte zunimmt.
Insgesamt ist dieser Zero-Budget-Film sehr gut gemacht und hat einen überzeugenden, pseudo-dokumentarischen Charakter. Dennoch mangelt es ihm grundsätzlich an Spannung, Innovation und Bestimmtheit; im Grunde werden bloß Szenen von Unterdrückung und Not aneinandergereiht.
Insofern bleibt nichts als ein mahnender Zeigefinger, der leider etwas zu penetrant aus dem Film heraus dem Zuschauer entgegenfuchtelt.