Daß Phillip Noyce ein Händchen für packende Filmstoffe besitzt, ist nicht zuletzt nach "Das Kartell" und "Stunde der Patrioten" hinlänglich bekannt. Doch auch "Todesstille" aus dem Jahre 1989 gehört zu jenen Thrillern, die einen bis zum Ende nicht mehr loslassen. Kurz zur Story: Viele Hundert Meilen von der Küste nimmt ein Ehepaar einen Schiffbrüchigen auf, nicht ahnend, daß sie gerade einem Psychopathen Tür und Tor geöffnet haben - Fazit: simpel aber ungemein atmosphärisch und spannend! "Todesstille" bezieht seine knisternde Spannung in erster Linie aus dem stets präsenten Gefühl völliger Abgeschiedenheit auf de rauen Weiten des Ozean. Dort ist es dann vor allem der verbissen gegen "sein" sinkendes Todesschiff und einen aufziehenden Sturm kämpfende Sam Neill, mit welchem der Zuschauer mitfiebert. Eine tolle schauspielerische Leistung, die durch die noch unbekannte aber gewohnt freizügige Nicole Kidman und den fast schon beängstigend fiesen Billy Zane erstklassig ergänzt wird - wenn gleich zwischen letzteren vielleicht nicht ganz die Klasse von Neils Überlebenskampf erreicht wird.
Dennoch: Egal, bei wem gerade der Focus liegt, durch die extrem begrenzte Räumlichkeit der beiden Boote und die Beschränkung auf lediglich drei Charaktere bekommt der Zuschauer das Geschehen wunderbar intensiv mit und kann die Anspannung förmlich mit den Händen greifen - denn draußen auf dem Meer hört dich keiner schreien!
Elegant in Szene gesetzt, toll besetzt wie gespielt und vor allen Dingen mörderisch spannend, "Todesstille" gehört zum Pflichtprogramm jedes Thriller-Freundes. Ginge es nach mir, hätte das ganze sogar gern noch einen Tick düsterer und härter ausfallen dürfen!