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Rae überlebt nur knapp den tragischen Autounfall, bei dem aber ihr kleiner Sohn ums Leben kommt. Über den Verlust untröstlich, sticht ihr Mann John, ein hochrangiger Navy-Kapitän, mit ihr in See, um bei dem Segeltörn ein paar Wochen auszuspannen und sich wieder zu fangen. Mitten auf dem Pazifik rudert ihnen dann plötzlich ein Mann entgegen, der sich als einziger Überlebender eines Schiffes ausgibt, welches ganz in der Nähe liegt.

Es ist zwar nicht einfach einen Thriller auf Kammerspielformat auszufüllen, aber Todesstille schafft dies recht eindrucksvoll. Als Locations gibt es nur die Yacht des Ehepaares sowie den schon halb abgesoffenen Schoner, von dem aus Hughie sich mit letzter Kraft retten kann. Fertig ist das drei Personen Kleinkunstwerk.
Das Intro mit dem tödlichen Autounfall des Sohnes hätte man sich eigentlich schenken können, da es auf den weiteren Verlauf keinen Einfluß hat, aber die Spannung hält relativ schnell Einzug. Sobald der neue Passagier an Bord, wird schnell klar das sowohl dessen psychische Verhältnisse aus dem Takt geraten sind, als auch dessen Geschichte über den Tod der anderen Teile seiner Bordbesatzung anders sind als er vorgibt.
Hier wird die Geschichte in zwei Plots gesplittet. Joe bleibt allein zurück auf dem leckgeschlagenen Schoner, während Rae sich mit Hughie auf der Yacht rumschlagen muß. Philip Noyce schafft es dabei klasse über die komplette Laufzeit keinerlei Langeweile aufkommen zu lassen. Auf beiden Schiffen eskaliert die Lage zusehends, bis hin aber wieder zum vorgeschriebenen Happy ending.
Handwerklich und optisch wird alles aufgefahren, was an Möglichkeiten mit den eingeschränkten Locations möglich ist. Gwünscht hätte ich mir allerdings etwas nähere Erläuterungen dahingehend, was Hughie eigentlich jetzt genau für eine Meise unterm Pony eingefangen hat und was jetzt genau mit dessen ehemaliger Besatzung passiert. Die schmalen Videofetzen dazu erklären dazu mal wieder gar nichts. Die Darsteller sind sehr gut ausgefallen, Neil und Kidman agieren sehr glaubwürdig und Zane ist ja in Thrillern auf dem Meer quasi zuhause (Titanic, Gestrandet im Paradies, Kopf über Wasser). Bleibt ein toller Film mit nur geringen Einschränkungen, sollte man mal gesehen haben.
8/10

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