Review

Jackie Chan gerät als Verkäufer von Fitnessgeräten zwischen die Fronten des Geheimdienstes und der Drogenmafia.

Story:
Buck Yuen (Jackie Chan) ist ein emsiger Verkäufer für Fitnessgeräte, der eines Tages eher durch Zufall Zeuge eines Banküberfalls wird. Da er die beiden Räuber überwältigen kann, beschert ihm das ein gewisses Interesse der Medien. Das bleibt auch dem schmierigen Privatdetektiv Many Liu nicht verborgen, der Buck nach Seoul schickt. Dort liegt sein angeblicher leiblicher Vater im Sterben. Der hat für in ein kleines Spiel vorbereitet, bei dem Buck das Erbe gewinnen kann. Dieses führt ihn in die Türkei. Anfangs sieht es noch nach einem harmlosen Vergnügen aus, doch schon bald befindet er sich mitten in einem Kampf zwischen rivalisierenden Drogenbanden...

Jackie Chan zur Abwechslung mal als Verkäufer. Abgesehen davon hat sich am bewährt erfolgreichen Schema seiner Filme nichts geändert und auch "Spion Wider Willen" macht in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Chan gerat unfreiwillig in derben Schlamassel und kann dann zusehen, wie er wieder rauskommt. Alle Zutaten für einen gelungenen Film sind auch hier wieder vertreten: atemberaubende Stunts, viel Action, relativ harte Fights und die nötige Portion Humor (nie übertrieben).

Dass der Film so schnell in die Gänge kommt, dürfte wohl hauptsächlich an der internationalen Schnittfassung liegen, die gut 20 Minuten kürzer ist als die original HK-Version. Da die Story aber wie eh und je nur Nebensache ist, kann man gut damit leben, zumal die Schnitte nie negativ auffallen.

So prügelt sich Jackie zunächst durch Hongkong, um dann in Seoul und später in Istanbul so richtig aufzuräumen. Der Humor steht dabei immer an zweiter Stelle und dominiert selten mal eine Szene (Ausnahme: Die Verfolgungsjagd quer durch einen Basar...). In diesem Punkt kann man den Film am ehesten mit "Thunderbolt" vergleichen, wo auch vergleichsweise wenig Humor enthalten war.

Auch die Action abseits der Kämpfe würde ordentlich in Szene gesetzt. So darf Jackie per Kran ein Stockwerk eines Hochhauses demolieren, mit Sonnenschirmen von einem Dach springen und schließlich einen außer Kontrolle geratenen LKW (sollte wohl eine Hommage an "Speed" sein) quer durch Istanbul steuern. Tricktechnisch verlässt man sich dabei auf Altbewährtes und lässt nur einige Explosionen als CGI-Tricks über die Bühne gehen. Alle Kämpfe sind dagegen Jackie pur, also ganz anders als bei "Das Medaillon" oder noch extremer "The Tuxedo".

Schauspielerisch zieht Jackie dabei seine gewohnte Show ab und macht dies mal wieder erstklassig. Dadurch verkommen zwar die anderen Darsteller mehr oder weniger zu Statisten, ergänzen aber die One Man-Show sinnvoll. Ein Buddy fehlt ihm hier überraschenderweise gänzlich.

Fazit: Wer Jackie Chan auch nur ein bisschen was abgewinnen kann, liegt mit "Spion Wider Willen" goldrichtig. Auch für Einsteiger durchaus empfehlenswert, da hier nichts übertrieben wird. Schlagkräftiger als in seinen US-Filmen kommt er hier allemal rüber.

9 von 10 Punkten

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