Noch am einfachsten, da durch gleichen Titel und der Nummerierung verbundenen und so zu identifizierenden Reihe aus dem zahlreichen Fundus von Fred Williamson, welcher im entsprechenden Zeitraum der Achtziger sowie voran der Siebziger und folgend auch der Neunziger so einige Fortsetzungsfilme zu laufen hatte und neben hier als Detective Malone auch als bspw. Dakota Smith oder Jesse Crowder die Leinwand unsicher machte und als Held in modernen Aktionsfilm auftritt. Aufgrund der eben hier vorhandenen Reihung und Ordnung, die den anderen Werken abgeht und nur über Nachforschungen zu entschlüsseln ist – Crowder wechselt auch Produktionsländer und Bedeutung innerhalb der Filme und selbst Genres – und sicher auch aufgrund des hier vorhandenen Regisseurs (Edoardo Margheriti, Sohn vom Antonio Margheriti) sowie Produktionszeitraums ist die Black Cobra Saga auch die bekannteste der Gruppierungen, stilecht auf den Markt zugeschnitten und lukrativ in die Distribution gehievt:
Philippinen. Bei dem Versuch, in ein geheimes Waffenlager einzudringen und dieses auszukundschaften, wird der damit beauftragte Charlie Hopkins [ Ned Hourani ] tödlich verletzt. Im Auftrag von Interpol unter Aufsicht von Capt. Phillips [ Mike Monty ] und dem State Department unter Aufsicht von Lawrence Brennan [ Buddy Norton ] soll sich nun der extra aus den Staaten herbeizitierte Lt. Robert Malone [ Fred Williamson ] damit befassen, sehr zum Unwillen seines Vorgesetzten Capt. Marton [ Edward Santana ]. Unterstützung bekommt Malone dabei durch den ortsansässigen Lt. Greg Duncan [ Forry Smith ] und die Computerexpertin Tracy Rogers [ Debra Ward ], die von Mr. Jackson [ David Light ] vom CIA rekrutiert wurde.
Wie einer der Dschungelreißer aus dem Lande startet der Film hier auch, Military-Man im kurzärmligen Tarnfleck, der erst im Einzelmanöver das Dickicht durchquert und dann vor dem Zaun mit der Aufschrift “DANGER“ kampiert. Später wird dann noch einer armen Wache so lange und genüsslich der Hals durchgeschnitten, dass in der Zeit schon die zweite Wache hinter einem steht, und nach etwas Feuergefecht im Compound geht es per Schweinsgalopp zurück in den Wald, Mission erfolgreich und der Auftrag gelöst.
Margheriten-Edo hat als Regisseur dabei bei seinem Vater gelernt, hinter dessen Produktionen geluntscht und assistiert, entsprechend dessentwegen geht auch hier das Zweitwerk nach dem Debüt Black Cobra 2 flott voran und wird mit dem Nötigen und Notwendigen zumindest begonnen, erst die Schusswechsel und die Stunts zwischen den Bäumen, dann Exotik und Erotik unter der Dusche, eine erste Nacktszene mit Scham und bewbs, die den Zuschauer bei Laune hält und den Eintrittspreis rentiert. Mit Menschenleben wird ebenso kurzen Prozess gemacht wie mit Prämisse und Handlung, der G.I. Charlie liegt doch bald tot und elend in der Pampa, während die Anzugträger das Publikum über das bisschen Sinn dahinter informieren und neben Williamson einen zweiten ehemaligen Footballer als Partner, diesmal ein Weißbrot installieren. Dabei hat man im Übrigen eine ganze Reihe von Schlagwörter und dies in Großmannssucht eingeworfen, geht es um politische Beziehungen, um Abermillionen, um Umstürze von Regierungen und globale Undercoveraktionen, ein Billo-Bond quasi, der hier formuliert und dessen Formel auch strapaziert wird, das Hangeln von einem Schauplatz zum nächsten Verdächtigen, und das Einwerfen von Actionzenen und anderen Schauwerten.
So macht Black Cobra in seiner Einleitung hier erstmal die City Cobra und Margheriten-Edo den Cosmatos, wird doch ein Supermarkt von kriminellen Nichtsnutzen befreit und die aufsässigen Punks entweder hinter Gittern oder gleich in das Jenseits befördert und vorher einmal quer durch den Stand mit Toilettenpapier manövriert. Überhaupt machen und konnten die Italiener dies am besten, woanders die Ideen klauen und groß angeben und mit fremder Kreation in eigener schnörkelloser (und oftmals bedürftiger) Machart hausieren und auf Publikums- und Bauernfang gehen, wird mit einfachen Mitteln Internationalität vorgetäuscht und mit Chuzpe die Unzulänglichkeiten übersehen oder überspielt. Ironischerweise konnten die tatsächlich Einheimischen, die Philippiner damals fast schon bessere und größere Filme auch drehen, das Pinoy Action Cinema ist zu der Zeit in Schwung gekommen und hat die nächsten paar Jahre ordentlich auf Touren gedreht, hier gibt es eingangs bloß die Adlerklaue vom (schon recht runden) Williamson, der einen armen Schergen in sein eigenes Autofenster haut und anschließend noch eine Lagerhalle aufräumt und neu möbliert. Viel mehr passiert dann eigentlich nicht, noch so eine hüftsteife Prise auf einem Markt, mit den gleichen Halunken von vorhin, dann ist man schon wieder bei dem Zaun mit dem “DANGER“ drauf angekommen und überlegt nun, wie jetzt hinüber und wie man später noch das gesamte Freiluftgelände zum Explodieren bringt.