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"Strassenjagd mit Speedy" lautet der alte, deutsche Titel dieser tolldreisten Stummfilm-Komödie, in der Regisseur Wilde und sein Star Harold Lloyd einige Grenzen der absurden Gags und des akrobatischen Slapstick ausloten, diese aber nicht ganz zur gewohnten Höchstleistung treiben. So gehen Speedy und Jane in einer Episode auf einen Jahrmarkt, bei dem ein Hund dem armen Harold ständig ans Leder will, ein frech- grabschendes Schalentier schleicht sich in sein Jackentasche ein und einige Attraktionen ziehen gehörigen Ärger nach sich. Diese zehn Minuten sind so originell, lustig, zeitlos und schön, dass man sich gerne in diese Zeit zurück versetzen lassen lässt und anstandslos in Nostalgie schwärmen darf. Auch die Episode mit Harold als Taxifahrer, bei der vorerst nicht ein Fahrgast bei ihm einsteigt, weil er aus Versehen ein Schild mit "Out of Order" mit sich fährt, und bei der er den damaligen Sportstar Babe Ruth wie ein Wilder durch die Strassen New Yorks transportiert, zeigt wie großartig und einzigartig Lloyd war, und das er neben Kollegen wie Keaton und Chaplin ohne Abstriche bis heute auch bestehen kann. Die Geschichte ist natürlich ein klassischer Aufhänger lloydscher Clownerie, die seine Körperkomik und die daraus resultierende Action perfekt auf die Leinwand zaubert. "Speedy" ist auf jedenfall sehenswert und für Freunde von Filmklassikern sehr zu empfehlen. Der instrumentale Score wurde 1992 von Carl Davis neu eingespielt und ist einfach nur himmlisch anzuhören.

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