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Sylvester Stallone, einer der Action-Superstars der 80er und frühen 90er Jahre - was haben seine eingefleischten Fans alles mit ihm erlebt?
Als "Rocky" trat er mehrmals in den Boxring und kämpfte gegen die härtesten Gegner - von Carl Weathers über Mr.T und Hulk Hogan bis hin zu Dolph Lundgren - "Rocky" machte sie alle platt.
Als "Rambo" befreite er als gezeichneter Vietnam-Veteran Kameraden aus der Hölle des Vietcong und legte sich im Alleingang mit der russischen Armee an, die in Afghanistan einmarschiert war.
1989, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, hatte er in "Tango & Cash" Verstärkung durch Kurt Russell und verlor den Kampf gegen ein schwachsinniges Drehbuch...

Dabei beginnt die Actionkomödie sehr vielversprechend...nur um bereits nach 10 Minuten zu offenbaren, dass sich die Action lediglich aus einem feurigen Finale definiert und Komödie anscheinend mit Klamauk verwechselt wurde.

Ganz im Stil typischer Buddy-Movies a la "Lethal Weapon" spielen Stallone und Russell zwei hartnäckige Cops, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: auf der einen Seite der reiche, elegant gekleidete Ray Tango, auf der anderen Seite der schnoddrige, chaotische Gabriel Cash. Einzige Gemeinsamkeit: sie pfeifen auf Dienstvorschriften und haben einen gemeinsamen Gegner: Drogen- und Waffendealer Yves Peret - überzogen dargestellt von Jack Palance, der sicherlich das Zeug für einen charismatischen Bösewicht gehabt hätte.

Da sich der Film aber selbst nicht ernst nimmt und das Drehbuch anscheinend am Reißbrett entstanden ist, verkommt seine Performance zur Persiflage und der ganze Film zu einer stinklangweiligen, platten Nummernrevue von flachen und peinlichen Kalauern.

"Tango & Cash" bringt es auf sage und schreibe zwei gute Gags, wobei der eine Stallones "Rambo"-Image aufs Korn nimmt und der andere...den habe ich mittlerweile auch schon wieder vergessen.

Und da die von "Runaway Train"-Regisseur Andrei Konchalovsky inszenierte Chause ohnehin spätestens ab Filmmitte das Niveau eines trivialen Klamaukfilms erreicht hatte, war sich Kurt Russell auch nicht mehr zu schade, sich als Tussi aufzutakeln und im knallengen Lederdress durch die konfuse Handlung zu stolzieren.

Lustige Schlagabtausche wie zwischen Mel Gibson und Danny Glover, dem eingespielten "Lethal Weapon"-Team, sucht man hier vergeblich. Die beiden Actionstars Stallone und Russell kabbeln sich zum Leidwesen des alsbald genervten Zuschauers auf Kindergarten-Niveau und wetteifern, wer den längsten Schniedel hat und wer der beste Cop von beiden ist.

Den längsten Atem beweist zumindest der Zuschauer, der sich fragt, ob ein Griff zur Fernbedienung nicht doch die bessere Wahl wäre um dem Kasperletheater ein Ende zu bereiten.
Doch wer masochistisch veranlagt ist oder zumindest die Hoffnung nicht aufgeben mag, das alberne Spektakel möge noch in einem spannenden Finale münden, wird mit der bitteren Erkenntnis, dass der dümmste Schwachsinn nicht einmal durch pyrotechnischen Hokuspokus erträglicher werden kann, in den wohlverdienten Abspann entlassen.

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