Review

"Stay“ von Marc Forster, der schon mit Filme wie „Wenn Träume fliegen lernen“ mit Johnny Depp oder „Monsters Ball“ mit Halle Berry aufhorchen lies, ist ein beeindruckendes kleines Meisterwerk.

Der Film der jeden rational denkenden Menschen ziemlich sicher in den Wahnsinn treiben wird, hat mich restlos begeistert.
Er lässt sich nicht erklären, bleibt stets undurchsichtig und fantastisch und ergibt keinen Sinn, der sich so einfach erfassen oder nacherzählen lassen würde.

Die fantasievolle Geschichte besticht durch atemberaubende Bilder und Farben, die stets realitätsfremd und doch vertraut wirken, fantastische Darsteller und eine wahnsinnig innovative Umsetzung.

Der Psychiater Sam (überraschend intensiv: Ewan McGregor), dessen Frau (umwerfend schön und faszinierend: Naomi Watts) einen Selbstmordversuch hinter sich hat, versucht einen jungen Studenten namens Henry (erschreckend realistisch: Ryan Gosling), der damit droht sich an seinem achtzehnten Geburtstag umzubringen, zu retten und verliert bei dieser Rettungsaktion fast seinen Verstand.
Denn als schwierig stellt sich bei dieser Rettungsaktion nicht nur Henrys extreme Todessehnsucht, gegen die Sam nahezu machtlos ist, dar sondern auch einige unerklärliche Ereignisse:
Was hat es mit dem plötzlichen, von Henry vorhergesagten, Hagelschauer an einem sonnigen Tag auf sich?
Warum behauptet Henry dass Sams blinder Freund sein Vater ist?
Wer ist die blutende Frau, die sich als Henrys Mutter ausgibt?
Warum laufen auf der Kunstuni nur Zwillinge und Drillinge durch die Gänge?
Was hat es mit den ständigen Deja-vus und den Rissen im Raum-Zeit Kontinuum auf sich?

Das herrlich melancholische Ende, auf einer stark frequentierten Brücke, ist atemberaubend, beflügelt die Fantasie und beantwortet (Gott sei Dank) nur einen Bruchteil der zuvor aufgeworfenen Fragen.

Von der ersten Minute an zieht „Stay“ den geneigten Zuschauer in seinen Bann und überrascht ihn immer wieder aufs Neue.
Die fabelhaften und perfekt besetzten Hauptdarsteller machen jede Minute des Films zum Vergnügen.
Hinzu kommen auch noch eine ruhige und unaufdringliche Kameraführung und fliesende, besonders passende Schnitte und Übergänge.
Die Musik ist nie aufdringlich und trotzdem hat man sie auch noch nach dem Abspann für einige Minuten im Ohr.

Ich, für meinen Teil, brauchte einige Stunden um den Film zu verarbeiten und habe mir ziemlich lange Gedanken über Sinn und Unsinn der verschiedenen Szenen gemacht.
Ein Umstand der nicht bei jedem Film zutrifft. Somit hat sich "Stay" schon jetzt einen Ehrenplatz in meinem DVDregal verdient.

Wenn mich jemand fragen würde, mit welchen Filmen "Stay" zu vergleichen wäre oder welchem Genre ich ihn zuordnen würde, würde ich wahrscheinlich keine klare Antwort geben können.
Ein bisschen hat er mich an Vanilla Sky erinnert und ein bisschen auch an Donnie Darko; aber eben nur ein bisschen.

Fazit:
Eine langsame, fantasievolle und traumhaft schöne Seelenreise ohne schnelle Schnitte, Effekthascherei oder überbezahlte Megastars.
Ein unglaublich faszinierender schwer zu beschreibender und nahezu nicht einzuordnender Film.
Ein schönes, nachdenklich stimmendes Ende rundet das Filmvergnügen ab.

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