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Ewan McGregor, der immer besser wird, Naomi Watts, die schon immer gut war, und Ryan Gosling, der mir bislang noch gar kein Begriff war, spielen in diesem stylischen Thriller, der sich allein durch Optik und Grundidee vom genretypischen Einheitsbrei abhebt, die Hauptrollen. Und das wirklich sehr gut. Sie füllen die ziemlich verworrene Story mit gelungenen Dialogen und lassen teilweise Blicke sprechen, die unter die Haut gehen. Gerade McGregors Darbietung wirkt sehr reif und routiniert. Großes Schauspielkino!

Wenn man aber über die durchaus fragwürdige Story spricht, muss man zwei Dinge vorher klarstellen: Man sollte sich erstens auf die genialen Bilder und hochinteressanten Szenen einlassen können und zweitens bis zum Ende warten, bevor man ein Urteil fällt. Denn am Ende erklärt sich der Film eigentlich von alleine. Zwar nicht mit einer einzigen, ultimativen Lösung, die alles abdeckt, aber mit dem Angebot mehrerer Interpretationsansätze, die allesamt durchaus Sinn ergeben können. Denn "Stay" ist ein Film zum Mit- und Nachdenken. Genau wie bei Filmen wie "Mulholland Drive", "Donnie Darko" oder "Memento" kann man sich eigentlich keine Sekunde geistiger Abwesenheit erlauben. Man muss das Geschehen aufmerksam verfolgen und am Besten ein zweites oder drittes Mal begutachten, um alles ausreichend analysieren zu können.

"Stay" ist definitiv kompliziert, anspruchsvoll und wirkt teilweise auch etwas wirr, aber wenn man sich darauf einlässt und generell mit interpretierbaren Filmen klarkommt, dann eröffnet sich ein herrlich düsteres, albtraumhaftes Spektrum an meisterhaft fotografierten Szenen, die wie Puzzle-Teile zu einem großen Ganzen wirken. Der Film ist auf seine Art wirklich einzigartig und für all jene, die sich von den potentiellen Verständnisproblemen nicht abschrecken lassen, eine kleine Thriller-Offenbarung.

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