Review

John Goodman wird zum König befördert und stellt die Adelswelt auf den Kopf.

Story:
Bei einem Fototermin wird die gesamte königliche Familie von England durch einen Stromschlag ausgelöscht. Fieberhaft sucht man nun einen passenden Nachfolger. Nach langer Zeit findet man schließlich jemanden, und zwar Ralph Jones (John Goodman). Der ist durch und durch Amerikaner und hat von den feinen Sitten des Hochadels noch nie etwas gehört. Jetzt liegt es an Lord Willingham (Peter O'Toole) und Sir Phipps (Richard Griffiths), aus ihm einen echten Edelmann zu formen. Keine leichte Aufgabe für die beiden...

"King Ralph" ist DAS Standardwerk unter den "Vom-Normalo-Zum-Adel"-Komödien. Alles was danach kam, z.B. "Plötzlich Prinzessin" war nur ein müder Abklatsch und konnte nie an die Klasse dieses Films anknüpfen, mit dem zu diesem Thema wirklich alles gesagt wurde, was es zu sagen gibt.

Eine der besten Szenen befindet sich gleich am Anfang, als John Goodman in locker-flockigem Outfit (Skid Row-Shirt und Baseball-Cap inklusive) durch die Tür marschiert und Peter O'Toole den ersten Schrecken einjagt, bei dem es selbstverständlich nicht bleiben wird. Der Film lebt nämliche gerade von diesem etwas angespannten Verhältnis zwischen Goodman als lässigen Ami auf der einen und O'Toole als spießigen englischen Adelsmann auf der anderen Seite.

So dürfen wir beobachten, wie aus Ralph Jones Schritt für Schritt "King Ralph" wird und er sich mehr schlecht als recht versucht, den strengen Sitten halbwegs anzupassen. Was beim Treffen mit dem König von Zambesi noch gut geht, scheitert dann später beim Empfang des Königs von Finland kläglich. Ralph soll seine zwar schöne, aber auch verrückte und mit einer "besonderen" Stimme gesegneten Tochter heiraten, obwohl er doch eigentlich in Miranda verliebt ist. Das wäre aber ein Skandal und so versucht er eben so gut wie es geht mit Prinzessin Anna auszukommen, spätestens jedoch bei der Aufführung von Little Richard's "Good Golly Miss Molly" ist er aber endgültig untendurch.

Der einzige wirkliche Schwachpunkt des Films ist - wie bei solchen Komödien oft - die unnötig kitschige Lovestory. Das raubt dem Film einiges an Witz und hätte nicht unbedingt in dieser Ausführlichkeit präsentiert werden müssen. Da kann auch Ralph's mehr als tollpatischige Verhaltensweise nicht alles wieder rausreißen.

Fazit: Trotz leichter Schwächen ein empfehlenswerter Klassiker mit einen gut aufgelegten John Goodman.

8 von 10 Punkten

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