„Am Tag als Bobby Ewing starb“ ist… ja was ist dieser Film nur? Ich würde sagen: über weite Strecken ereignislos.
Im Jahre 1986 zieht Hanne (Gabriela Maria Schmeide) gemeinsam mit ihrem Sohn Niels (Franz Dinda) von der Stadt aufs Land. Dort kommen sie in einer Landkommune, dem „Alternativen Wohnkollektiv Regenbogen“ unter. Zwischen dem Schafe scheren und Gemüse anbauen kommen sich Hanne und der Kommunenguru Peter (Peter Lohmeyer) näher, während Niels keine Lust auf die alternative Lebensweise hat. Und dann kommt plötzlich der Tag, an dem alles anders werden soll: Bobby Ewing stirbt und im fernen Tschernobyl explodiert ein Reaktor.
Weshalb hat man eigentlich den Versuch unternommen, das Leben einer typischen 80er-Jahre-Kommune auf die Leinwände der Nation zu transportieren? Interessant ist das, was dabei herausgekommen ist, keineswegs. Es ist eher – wie bereits gesagt – eine Aneinanderreihung von Non-Events, Ereignissen, die eigentlich keine sind, Fakten, die keinen Mensch interessieren bzw. die jeder halbwegs informierte Mensch schon kennt; und Peter Lohmeyers Männlichkeit bereits nach 5 Minuten Film gezeigt zu bekommen ist auch etwas, das nicht unbedingt hätte sein müssen. Naja, wollen wir uns mal an dieser Stelle nicht zu aggressiv beschweren, lasst uns den gewaltfreien Widerstand gegen solche Filme üben, und einfach an der Kinokasse einen anderen Film wählen, am DVD-Regal einfach mal die Finger in der Hosentasche lassen, ja einfach die Leute abstrafen, die der Meinung sind, mit solchem Pseudomoralisten-Kino könnte man die schnelle Mark machen. Nun stehe ich mit meiner Meinung vielleicht etwas alleine da; schließlich hat die renommierte Jury des „Max Ophüls Festivals“ 2005 „Am Tag als Bobby Ewing starb“ als besten Spielfilm ausgezeichnet; aber ich muss ja auch keinen Filmpreis verleihen, sondern schlicht und ergreifend meine Meinung kundtun. Und eben diese Meinung ist, dass „Am Tag als Bobby Ewing starb“ einfach weitestgehend viel zu langweilig, zu leer an Höhepunkten ist und aus diesem Grund auch nicht funktionieren konnte. Schauspielerisch passt’s zwar größtenteils in diesem Film, aber das allein reißt ihn auch nicht wieder raus.
Schlecht ist der Film dann zwar letztendlich nicht, aber halt auch nicht gut. Ein Paradebeispiel für die Mittelmäßigkeit deutscher Produktionen, das bezeichnenderweise in den Himmel hoch gelobt wurde, obwohl dieser Film diese Lobeshymnen einfach nicht verdient hat. 4,5 von 10 Punkten für einen Film, der mir sicherlich nicht lange in Erinnerung bleiben wird.