1
Kurz & würzig: 14-jähriges Gör vermutet hinter einem erwachsenen Mann einen Pädophilen, lockt ihn in eine Falle und droht, ihn zu kastrieren. Hört sich nach Schwachsinn an und ist es auch. Wenn ich einen Thriller einlege, möchte ich nicht nach Assihausen gebeamt werden, ansonsten könnte ich den Abend in der Prolo-Kneipe verbringen & bierseligen Diskussionen über die Todesstrafe für Kinderschänder lauschen. Entweder man setzt sich mit angeschaltetem Hirn mit dem Thema auseinander - wie z.B. hervorragend in The Woodsman geschehen - oder läßt die Umwelt mit seinen infantilen Phantasien in Ruhe.
5
Ellen Page ist mit Sicherheit eine aufstrebende Jungschauspielerin mit einer großen Zukunft, doch ihre Rolle als 14-jährige altkluge Bestraferin eines Indertentpädophilen ist einfach nur unglaubwürdig. Wenn ein Jigsaw perfide Psychospielchen mit seinen Opfern und Feinden treibt und sich mit ihnen tiefgründige Wortgefechte liefert, dann ist das eine Sache, aber einer so zierlichen Göre kauft man so ein Verhalten nicht ab, egal wie bemüht die kleine Page da agieren mag. Das Skript will uns vorgaukeln, intelligent und fintenreich zu sein, aber schon die Sache mit der sich mehrfach ändernden Verteilung von Sympathie und Mitleid für die beiden Hauptakteure erweist sich als komplizierter Ballast. Dabei wäre das interessante Thema für einen klugen und eiskalten Thriller ideal geeignet gewesen, aber dazu hätte die bewusst knabenhaft dargestellte Teenagerin sehr viel realistischer auftreten müssen.
0
Hard Candy Achtung evtl. Spoiler!! Ich muss zugeben das ich keine großen Erwartungen an den Film hatte, als ich ihn in der Videothek gesehen hab. Trotzdem hat der Film mich , trotz des so gar nicht Hollywood liken Erzählstils (die Kamera ist ziehmlich ruhig und es wird selten hektisch), bis zum Schluss in seinen Bann gezogen. Die beiden Hauptdarsteller machen ihre Sache ordentlich und obwohl relativ wenig graphische Gewalt gezeigt wird, musste ich z.B. bei der Kastrationszene schlucken.... Die Gespräche zwischen den beiden sind gut geschrieben und vorallem Hayley (Ellen Page) ist sehr überzeugend in ihrer Rolle. Die Auflösung ist überraschend, aber nicht unbedigt orginell...das stört den guten Gesamteindruck aber keineswegs. Bild und Ton der DVD sind auch ordentlich. Fazit: Gute Unterhaltung für Leute die auf Hollywood typische Action/Horror verzichten können. 8/10 Punkten
9
Hier werden die Themen Internetbekanntschaft und sexueller Missbrauch an jungen Mädchen in einem Psychothriller der Superlative umgesetzt, der viele Wendungen und Überraschungen bereit hält. Besonders überzeugend die schauspielerische Leistung von Ellen Page - Hut ab. Enttäuschend dagegen das Ende: Hier ging dem Drehbuch offensichtlich die Luft aus und die Geschichte endet für meinen Geschmack zu schnell und "zu einfach". Insgesamt jedoch ein sehr gelungener und sehenswerter Film, daher 9/10.
7
Ein Modefotograf nimmt seine Internetbekanntschaft, ein 14-jähriges Mädchen, nach dem ersten Treffen ohne offensichtliche Hintergedanken mit nach Hause. Die Kleine mixt ihm dort was ins Getränk, so dass er ohnmächtig wird. Nach dem Aufwachen befindet er sich in ihrer Gewalt. Dieser Film lebt vom Spiel seiner beiden Hauptdarsteller. Während des Ansehens fragt man sich, wer eigentlich Täter und wer Opfer ist. Das Finale ist wiederum überraschend. Im Gegensatz zu ähnlichen Filmen mit derartigen Rollenspielen wie z.B. "Boy meets Girl" verzichtet "Hard Candy" auf detaillierte Gewaltdarstellungen und allzu heftige Folterszenen. Dies tut der Spannung jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil - die talentierte Akteurin gleicht dies durch ihre gut gespielte Rolle der Teen-Psychopathin wieder aus. Der Aha-Effekt am Ende ist mir jedoch etwas zu groß und plötzlich geraten.
5
"Hard Candy" beginnt erst recht verhalten, entwickelt sich dann allerdings besonders im letzten Dritten zu einen sehr spannenden Psycho-Thriller. Auch wenn die dargestellte Situation etwas krass rüberkommt, wirkt alles jedoch nicht irgendwie unrealistisch oder aufgesetzt. Die beiden Hauptdarsteller bieten klasse Leistungen und die innovativen Schnitte und Kameraeinstellungen haben ebenfalls ihren Reiz. Lediglich die FSK18-Freigabe ist für mich nicht ganz verständlich - klar, der Film hat ein krasses Thema zum Inhalt, aber Gewalt wird nur vereinzelt eingesetzt und ist dann kaum sichtbar. Eine FSK16-Einstufung hätte meiner Meinung nach völlig ausgereicht...