Review


Inhalt:

Im 13. Jahrhundert stehen sich die nördliche Jin-Dynastie und die südliche Sung-Dynastie in China feindlich gegenüber. Der Norden des Sung-Reiches wird von den Jin massiv bedroht, und die Brüder Tan Tieh-Sih (Dick Wei) und Kuo Sau-Tien (Tang Yen Tsan) geraten zwischen die Fronten.
Der taoistische Mönch Yao vergräbt im Garten der beiden den Kopf eines Jin-Verräters, als das Haus von Jin-Truppen angegriffen wird.

Kuo wird getötet, jedoch gelingt Yang sowie den Frauen und Söhnen der beiden die Flucht. Es ist von Yao geplant, die beiden Söhne nach 18 Jahren zu einem Duell antreten zu lassen, um zu sehen, wer die bessere Ausbildung in KungFu erhiehlt.

Kuo´s Sohn Kuo Tsing (Alexander Fu Sheng) wird von den Kriegern der "Weird 6" (u.a. Wong Fei Hung, Cai Hong, Lo Mang) in KungFu erzogen.
Die Ausbildung des anderen Sohnes, Yang Kang (Li I Min), wird von Yao selbst getätigt, und Yang Kang ist nach 18 Jahren ein wahrer Meister des KungFu.
Jedoch werden er und seine Mutter von den Jin entführt, und leben in deren Palast, von seinem wahren Vater weiß er nichts. Als dieser zusammen mit der von ihm aufgenommenen Waisen Nian Zhi (Kara Hui Ying Hung) von den Jin eines Tages gefangen gesetzt wird, erfährt Yang Kang alles, und seine Eltern nehmen sich das Leben.., ob ein Duell mit Kuo Tsing je zustande kommt, bleibt offen.

Kuo Tsing, er ist ein talentierter und durchaus passabler Kämpfer, doch hat er noch eine Menge zu lernen....
Die "Weird 6" schicken ihn hinaus in die Welt. Hier legt er sich mit Mui Chui-Fung (Helen Yu) an, doch lernt er auch die bildhübsche Huan Yung (Tien Niu) kennen, und die beiden verlieben sich ineinander.
Auch in Sachen KungFu-Ausbildung macht Kuo Tsing große Fortschritte. Als er den Bettler Hung (Ku Feng) kennen lernt, erlernt er von ihm die "18-Palm"-Technik.
Den letzten Schliff hinsichtlich seiner KungFu-Künste bringt ihm jedoch der illustre Chau (Kuo Chui aka Philip Kwok) bei.

Kuo Tsing will Huan Yung heiraten, jedoch hat deren Vater sie schon dem Neffen des "Western Poison" (Johnny Wang Lung Wei), Ouyang Ke (Li Hsiu Hsien) versprochen.

Als auf "Peach Island" die Regularien für die Hochzeit ausgehandelt werden sollen, greifen Kuo Tsing und der Bettler Hung beherzt ein...........


Fazit:

Herrjeh..., was war das denn für ein Plot? Der Streifen "The brave archer" ist ein Film in dem man verzweifelt einen roten Faden sucht, und der fast ganz ohne dramaturgische Linie auszukommen meint.
Und das liegt an der zähflüssigen Regie Chang Cheh´s, der diese Roman-Adaption erzähltechnisch kaum in den Griff bekommt. 
Also es geht zunächst um ein Duell, was ziemlich hastig für einen 18 Jahre in der Zukunft liegenden Zeitpunkt arrangiert wird, solange sollen die Kandidaten, die Halbwaisen (im Film) Alexander Fu Sheng und Li I Min in Sachen KungFu ausgebildet und trainiert werden.
Soweit, und soweit schon mal nicht schlecht. Doch dann verheddert sich Chang Cheh plottechnisch. Denn dieses Duell..., ja wo ist es denn? Dieses Duell, und der Weg dahin, er gerät in diesem Streifen irgendwie abhanden, so wie Li I Min und sein weiteres Schicksal.....

Tja, und dann geht es eigentlich nur noch darum, dass Alexander Fu Sheng zwar seine kungfutechnische Ausbildung erhält, aber vor allem darum, die Liason mit der schönen Tien Niu zu erhalten und weitestgehende zu legalisieren...., das war´s!

Und dafür sind knapp 2 Stunden einfach eine zu lange Laufzeit, sorry..., das hätte man alles auch irgendwie raffen können, und vor allem mehr Linie geben müssen.
Zum anderen wird dem Betrachter mit einem Schwall von Characteren, die zum Teil im Film gar nicht vorkommen, aber in beinahe epischer Breite im gedehnten Vorspann vorgestellt werden, konfrontiert, um nicht zu sagen geistig überfordert. Sogar der Character Ti Lung´s wird vorgestellt, der kommt aber in diesem 1. Teil dieser auf 4 Filme angesetzten Serie über den "Mutigen Bogenschützen" (auch wenn Alexander in diesem Streifen nicht einen einzigen Pfeil abschießt) gar nicht vor, sondern erst im 3. Teil. Tja, da wundert man sich....

So besitzt denn "The brave archer" eine ziemlich schwache Erzählstruktur, es kommt gar Langeweile auf, und mitunter fragt sich der Betrachter, was das denn alles sein soll. Teilweise hatte ich den Eindruck, dass Chang Cheh hier sein Werk lustlos runterkurbelte, ja teilweise heruntergurkte...., und es machte sich Enttäuschung ob der schleppend daher kommenden Handlungsstränge in mir breit.

Enttäuscht musste man auch über eine längere Laufzeit des Films vom Hauptdarsteller sein, von Alexander Fu Sheng. 1977, da stand er doch noch in Saft und Kraft, wurde noch nicht für seicht-alberne Kommödien verheizt.
Erst in der 2. Hälfte des Streifens gewinnt seine bis dahin blasse Performance an Drive, was vor allem an den eigentlichen Stars des Filmes liegt, an Ku Feng und Kuo Chui.

Diese beiden nehmen die KungFu-Ausbildung Alexander´s in die Hand, verleihen hier dem Training Drive und Witz, und da lässt sich auch Alexander Fu Sheng mitziehen und inspirieren. Endlich zeigt der MegaStar der Shaw Brothers hier dann etwas Spielfreudigkeit.
Ku Feng ist in seinem Harlekin-Outfit und mit seinem spritzigen Witz ein echter Bringer im Film, dazu diese überdimensionale Weinflasche und der Wille, den Film aus seiner Lethargie zu reißen. Und er versucht das lendenlahme Finale des Streifens noch halbwegs vernünftig mit einem Fight gegen Johnny Wang Lung Wei ins Ziel zu retten.
Das gleiche trifft für Kuo Chui zu, der mit einem Mal in diesem Streifen auftaucht, und das Training Alexander Fu Sheng´s hier noch mit einer Portion Zackigkeit würzt. 
Der Film..., was wäre er ohne Ku Feng und Kuo Chui nur geworden...., ein Reinfall, ich muss es so klar sagen.

Ansonsten bleiben die anderen Darsteller reichlich blass, und die schöne Tien Niu, sie guckt ein um´s andere mal schon bezeichnend genervt durch die Gegend..., heijeh.

Doch man bleibt irgendwie vor dem Bildschirm...., denn der Streifen, er hat neben Ku Feng und Kuo Chui noch einige kleine Stärken, in der Tat, gleichwohl diese wenig retten können. Man muss über einiges des vorab genannten hinweg sehen können, dann kann man dem Streifen noch ein bisschen was abgewinnen.
So sind denn die Fights, auch wenn sie nicht unbedingt als hochklassig anzusehen sind, und wenig neues aus der Eastern-Schmiede Shaw´s zu bieten haben, rasant und solide für einen Märchen-Eastern aus der Martial World. Dann das Training mit Ku Feng und Kuo Chui, und die Hauptstärke des Films ist die durch seine originell-luxuriösen Sets hervorgerufene Atmosphäre.

Die Kulissen sind sehr liebevoll und detailliert arrangiert, und von einer unglaublichen, äußerst pastelligen Farbgebung gekennzeichnet, das ist in der Tat beeindruckend. Hinzukommt wieder eine hier besondere Surrealität der "Natur" in den Studio-Kulissen Shaw´s..., wie sie einst nur von den Shaw Brothers hervorgebracht wurde.
Die Kulissen sind schön anzuschauen, keine Frage....

So hievt denn all dies den insgesamt ernüchternden Streifen für Shaw-Fanatiker auf noch so gerade eben 5/10 Punkte, sehr wohlwollend und mit Rücksicht auf Chang Cheh´s Eltern.

Die "Brave archer"-Quatrologie...., sie kommt komplex und inszinatorisch insgesamt schleppend daher..., auch den 2. Teil werde ich für diese website kommentieren. 

Details
Ähnliche Filme