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Deutsche Action hat es bei den überstrengen Cineasten oft nicht leicht. Nicht nur das die Storys meist schrecklich banal sind und auch des öfteren vor dem Kopieren Hollywoods nicht zurück schrecken, so kann auch die Inszenierung, aufgrund des fehleden Budget, meist nicht überzeugen. Eine Ausnahme bilden da allerdings die Action-Serien von Action Concept , die zwar meist ebenfalls erschreckend Hirnlos sind, aber zumindest in Sachen Special Effects doch so einiges auf dem Kasten haben, was man im deutschen Film, geschweige denn Fernsehen, sonst eher selten sieht. So auch "Der Clown" RTLs Action-Trash-Serie Nr. 1, die eigentlich nichts zu bieten hat, außer Action-Effekte am laufenden Band und diese dann auch noch ganz ordentlich in Szene setzt. Hier haben wir es nun also mit dem Kinofilm zur Serie zu tun, der genau in die gleiche Kerbe schlägt. Doch was im Fernsehen noch als akzeptabel durchgehen könnte, ist auf der großen Leinwand dann doch etwas zu viel des Guten ähmmm.... Schlechten.

Denn auch "Der Clown"-Film ist eigentlich deutsches Schundkino vor dem Herrn. Story, Dramatik, Innovation und Logik? Fehlanzeige! Hier regieren einzig und allein die Effekte. Deshalb auch nur wenige Worte zur Geschichte. Dieses mal wurde die Schwester, der toten Freundin des Agenten-Clowns Max Hecker, von dessen größten Widersacher Zorbek entführt und deshalb zwängt sich Max nun noch einmal in seine Clowns-Maske, um diese Tussnelda zu befreien. Doch Zorbek hat noch ganz andere Pläne auf Lager, die Max natürlich ebenfalls versucht zu verhindern und dabei nicht selten eine Schneise der Verwüstung hinter sich lässt... Hirn, Sinn und Verstand sollte man in diesem gruselig zusammengeschusterten Allerlei wirklich nicht suchen, denn es ist nichts davon vorhanden. Noch banaler und abgedroschener als in so manchem US-No-Brainer, werden hier all die guten und strengen Vorgaben eines anspruchsvollen Kinofreaks an das Actionkino über Bord geworfen, hier regieren einzig und allein die actionverliebten Gedanken des, in einer unrealistischen Scheinwelt lebenden, Drehbuchschreibers. Hier hilft es kaum noch sein Hirn an der Kinokasse abzugeben, denn selbst für die Luft im Kopf, ist das hier noch zu dämlich. Action hin, Trash her, ein wenig mehr hätte wohl selbst hier noch drin sein können, ohne das der Film dadurch gleich als zu Intelligent für sein Fach wirken könnte.

Ebenfalls gänzlich versagt, wird dann auch in Sachen Dramatik und Inszenierung der Szenen, die nichts mit Action und Knallbumm zu tun haben. Denn die überschwänglich eingeflochtene Dramatik hier und da, die nicht nur lächerlich, sondern auch extrem unglaubwürdig und aufgesetzt daherkommt, fordert seinen Tribut an die Konzentration der Zuschauer. Wenn es nicht gerade kracht, will man sich irgendwie immer zwingend mit etwas Anderem als dem Film beschäftigen, denn die übermäßig eingestreuten Zeitlupeneffekte, selbst an den unnötigsten Stellen, die scheußlich schwülstige Musikuntermalung, sowie die wirklich zum bersten mit Langeweile gefüllte Handlung zwischendurch, gehen einem einfach nur auf die Augenlider, die schon ab und an schon regelrecht drohen zufallen. Eigentlich wirklich ein Film, der absolut nichts zu bieten hätte, was auch nur im entferntesten Filmgerecht wäre, wenn...

... ja wenn es dazwischen nicht immer wieder mal die hinreissenden und mächtig gewaltigen Actionszenen geben würde, die zwar dramaturgisch gesehen genauso mistig sind wie der ganze Rest, aber durch ihre wirklich exzellente Umsetzung Augenfutter pur bieten. Wenn es knallt und kracht ist plötzlich bestes Entertainment angebracht und man hat hier und da sogar das Gefühl, plötzlich in einem ganz anderen Film zu sitzen. Die Special Effects sind durch die Bank weg aller erste Sahne und kommen hier und da sogar an die Qualitäten eines Hollywood-Streifens heran, wenn es vielleicht auch noch nicht ganz so geleckt zugeht, wie in Übersee. Autos fliegen hier wirklich scharenweise durch die Gegend, Explosionen kommen im Minutentakt und immer mit einem kräftigem Bums daher, und wenn ein Flugzeug allein durch die schwere fliegender Glodbaren komplett zerstört wird, dann steckt sogar mal die ein oder andere (zugegeben blödsinnige) Idee dahinter. Und somit kann sich das ganze Treiben dann doch noch als ansehbar entpuppen, vor allem wenn man mit der Fernbedienung des DVD-Players im Heimkino sitzt und das schnarchige Geplänkel zwischen den Actionszenen überspringen kann.

Zu den Darstellerleistungen hülle man dann aber lieber wieder den Mantel des Schweigens. Denn auch wenn Sven Martinek hier wieder in seinem Element ist, mit Eva Herrmann und Diana Frank zwei ansehbare Bunnys mit an Bord sind, und Götz Otto wieder den Bösewicht mimt, so ist es alles in allem doch eher ein Trauerspiel, was das Schauspieler-Team hier für eine Arbeit leistet. Aber nun gut, lassen wir das.

Fazit: "Der Clown" ist als Film genau das, was er schon als TV-Serie jahrelang erfolgreich im Fernsehen durchgeführt hat. Ein extrem hirnloser, in Sachen Story und Dramatik vollkommen sinnfreier, an den Haaren herbeigezogener und auch schauspielerisch unterirdischer Sondermüll der Extraklasse, welcher allerdings aufgrund seiner ausgefeilten und (für deutsche Verhältnisse) wirklich exzellent in Szene gesetzter Actionszenarios, dennoch hier und da unterhalten kann. Leider ist aber das Zwischengeplänkel, sprich die actionfreien Szenen, zu aller Sinnlosigkeit auch noch lahmarschigst ausgefallen, weshalb es alles in allem dennoch nicht wenigstens zu einer Durchschnittswertung meinerseits reicht. Clown-Fans werden in diesem Film sicher ihre Erfüllung finden, alle anderen sollten sich aber maximal einen Action-Zusammenschnitt hiervon geben.

Wertung: 4/10 Punkte

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